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Wir haben in den letzten Tagen eine Dokumentation über den Cirque du Soleil gesehen und eine 3D »Liveaufzeichnung« von Carmen aus dem Royal Opera House in London. Und obwohl das alles wirklich sehr beeinduckend und gut war, empfehle ich stattdessen das »Traumtheater Salome«.
Akrobatik und Kleinkunst kann man noch immer vielerorts bewundern. Was »Salome« darüber hinaus bietet sind nicht nur der orientalische Flair und ihre schwimmende Bühne. Sondern vor allem ein stimmiges Gesamtkonzept.
Mein Deutschleher in der sechsten Klasse, beschloss damals, nie wieder einen Aufsatz über Träume schreiben zu lassen, weil die Schüler glaubten, man könne unter dieser Überschrift einfach alle Struktur und Logik über den Haufen werfen. Ganz so einfach ist es nicht.
Bei Salome aber passt alles zusammen: So beginnt die Vorstellung dreimal. Zuerst mit einer heiteren Nummer, dann spricht der ergraute Harry Owens seine Einleitung, die so geschrieben ist, dass der Zuschauer seine eigenen Bedeutungen und Fantasien einbringt. Erst dann teilt sich der Vorhang und zum Klang von Vangelis kleiner Meerjungfrau gibt es in Schmetterlingsoptik eine junge Dame auf dem Dahtseil.
Ich will nicht zu viel verraten. Auf der Webseite des Traumtheaters kann man mehr Informationen und sogar ein kurzes Video finden. Leider scheint es, dass ab Morgen die diesjährige Tournee schon wieder beendet ist, aber es heisst, dass das schwimmende Theater im nächsten Jahr wieder auf dem Rhein zu sehen sein soll.