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Mord im Land der Pixel

Gestern kam das lang erwartete Retro-Adventure „Thimbleweed Park“ von Ron Gilbert auf den Makt. Über Good old Games, den Mac App Store oder Steam kann das Spiel jetzt geladen werden.

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Ich habe bisher noch nicht viel Zeit zum Spielen gefunden, aber einen ersten Eindruck habe ich bereits. Und natürlich ist dieses Spiel für Fans von „Das Geheimnis von Monkey Island“ und „Maniac Mansion“ ein absolutes Muss.

Die Geschichte spielt 1987 - vor dem Hintergrund einer verschlafenen Kleinstadt im Norden der USA, die bessere Zeiten gesehen hat: Seit dem Ende einer Kopfkissenfabrik ist der größte Arbeitgeber verschwunden und nur wenige Bewohner und ein paar Geschäfte sind geblieben. Nun geschieht ein Mord (an einem Fremden) und zwei FBI-Agenten werden nach Thimbleweed Park geschickt um der Sache nachzugehen.

Das Setting erinnert an eine Mischung aus Twin Peaks und Akte X. Leider ist die Musik für meine Ohren oft etwas zu rauh und simpel. Ich bin damit nicht so richtig warm geworden. Das Spiel hat momentan englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln, aber ich habe mich beeielt auch die Texte auf Englisch umzustellen, weil ich das natürlicher finde. EDIT: In einem angekündigten Update wird auch eine Sprachausgabe in Deutsch möglich sein.

Bei einem Spiel, das im Sitl einer vergangenen Zeit gehalten ist, muss man einen Kompromiss zwischen modernen und altmodischen Elementen finden. Nicht immer ist meine Meinung mit Ron Gilberts Entscheidungen kompatibel, aber insgesamt macht Thimbleweed Park extrem viel Spaß.  Neben einer großen Anzahl von Anspielungen auf bekannte Lukasfilm-Spiele scheint die Geschichte auf einen dramatischen Höhepunkt hinzusteuern, von dem der Mord nur ein kleines Puzzlestück ist.

Videospiel „Firewatch“: Mein Eindruck


Ich hatte zwar schon im Podcast davon erzählt und es auch schon getwittert, aber ich finde, ich kann ruhig noch einmal etwas genauer erzählen, wie Firewatch auf dem Mac so ist.

Gerade würde ich gerne eine Fortsetzung-Geschichte spielen, denn es macht Spaß Firewatch zu erkunden. Leider ist die Story zu linear und es ist recht ernüchternd, noch einmal alte Spielstände zu laden, um zu sehen, was geschehen wäre, wenn man sich anders verhalten hätte. Es gibt fast keine Zufallselemente und alles muss immer in der gleichen Reihenfolge passieren. Zwar kann man sich im Wald frei bewegen, aber nur an einer einzigen Stelle wird der nächste Plot-Point auftauchen.

Nach einer Einleitung, in der man in grober Form die Hintergrundgeschichte von Henry als Multiple-Choice-Text bekommt erreicht man seinen Wachturm und wird gleich per Funk von seiner Vorgesetzten - Delila - begrüßt. Da Henry aus einer komplizierten bzw. tragischen Beziehung geflohen ist und die junge Dame sich auch emotional neu orientieren will, werden diese Funk-Kontakte über das Spiel hinweg persönlicher und nicht langweilig. Dabei erkundet man die schön gestaltete und ziemlich große Landschaft des Waldes, entdeckt Vandalismus, Unfälle, Geheimnisse und begegnet fast gar keinen Campern oder Wildhütern. Sieht aber einiges von ihren Hinterlassenschaften.

Nach einer Weile gibt es mehrere Zeitsprünge. Ich fand es eher schwierig diese Zeitsprünge einzuordnen. Vielleicht wäre es das Beste gewesen, tatsächlich Spielpausen einzulegen, die dem Intervall entsprechen. So entsteht auch der Eindruck, das Spiel wäre zu kurz, obwohl ich die Spieldauer eigentlich ganz gut fand.

Die Steuerung war überwiegend gut, aber ich fand es schwierig, wie die Gespräce über das Funkgerät gesteuert wurden. Man brauchte viel aufmerksamkeit um rechtzeitig die richtige Dialogzeile auszuwählen. Ein Mac mit Chipsatz-Grafik ist bei Firewatch gut ausgelastet. Die Bilder sind auch dementsprechend schön anzusehen, obwohl es sicher nicht die Bildqualität der neuesten Tomb-Raider-Titel erreicht.

Dabei fällt mir eine Sache ein, die ich empfehlen möchte (Spoiler): Macht die Fotos mit der Kamera im Spiel so, dass ihr sie gerne noch einmal sehen würdet. Fotografiert im Zweifelsfall den Sonnenuntergang und nicht die Leiche. Und seid beruhigt was das Ende betrifft. Es ist kein Happy-End, aber die Hauptfiguren überleben ohne all zu großen Schaden zu nehmen.

© Sven Mertens 2016