Geheimtipp: Programmieren mit Hollywood

Habe ich wirklich noch nie über Hollywood geschrieben? Ich benutze die Multimedia-Programmiersprache schon seit vielen Jahren und kann sie empfehlen. Für wen? Da möchte ich etwas weiter ausholen.

Hollywood 8 erschien wenige Tage nach der veröffentlichung dieses Artikels

Für mich tauchte Hollywood beim Entdecken von Amiga OS 4.01 auf meinem SAM 440EPFlex auf. Da fand ich eine Anzeige für das Präsentationsprogramm Hollywood Designer. Das ist praktisch PowerPoint (oder Apples Keynote) für Amigas. Im Kern von Designer arbeitet eben die Programmiersprache Hollywood. Diese ist inzwischen in der Lage, Code für alle gängigen Betriebssysteme zu generieren. Der Compiler läuft auf Macs, Amigas und PCs ohne Meckern. Ein Interpreter ist auch dabei, so dass man kleine Änderungen schnell testen kann.

Hollywood hat eine wohl durchdachte Bibliothek. Einsteiger können dank der Beispielskripte, der einfachen Syntax, dem übersichtlichen Handbuch und der unkomplizierten Bibliotheksfunktionen ziemlich schnell zu brauchbaren Ergebnissen kommen. Hollywood kommt mit alten Amiga-Dateien genauso klar, wie mit modernen - seien es Texte, Bilder oder Töne. Für einiges (wie z.B. SVG) gibt es Plug-In-Dateien, die überwiegend auch für alle Plattformen verfügbar sind.

Hollywood ist nicht kostenlos und manchmal muss man auch Grenzen akzeptieren, wie dass nicht alle Tastenkombinationen als Shortcut möglich sind. Aber gegenüber vielen Open-Source-Lösungen ist Hollywoods Multimedia-Support eine große Stärke. Hollywood benötigt kein QT oder GTK und keine DLLs. Compilierte Binaries brauchen höchstens noch eine Plug-In-Datei im Suchpfad und laufen ohne irgendwelche Installation. Obendrein ist Hollywood-Schöpfer Andreas Falkenhahn ein hilfsbereiter Entwickler, der persönlich Unterstützung leistet, wenn es nötig ist. 

© Sven Mertens 2018