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Kosinus, der Comic aus Happy Computer

Ursprünglich sollte das im Markt & Technik Verlag erschienene Magazin „Hobby Computer“ genannt werden, aber der Name „Hobby“ war schon für Zeitschriften eingetragen. Die Umbenennung war vielleicht ein Glücksfall, denn so war es natürlich sehr leicht, den lustige Elemente in die Zeitschrift zu bringen.

Damals waren wir vielleicht im gleichen Alter, der Kosinus, meine Freunde und ich. Leider konnte ich nicht jeden Monat zwei Computerzeitschriften kaufen und die 64er (und später das Amiga Magazin) musste man ja gelesen haben, wenn man mitreden wollte. Deshalb gab es die Happy bei mir eher selten. Um so wichtiger war es vielleicht, dass Kosinus dem Nerd in uns stets - mit viel Humor - einen Spiegel vorgehalten hat.

Das aufregende Leben der Hundekuh


In dem Bild fehlt offensichtlich Tech-Note 31. Warum? Außerdem wurde hier etwas verwechselt. Das könnte ich jetzt einfach so mysteriös stehen lassen, aber stattdessen gibt es hier  jetzt einen Link, der alles erklärt:

http://www.macfreek.nl/humour/tn31.html.

The Humane Interface

Jef Raskin war auf seine Weise eine schillernde Figur. Mit klarem Fokus und soliden Prinzipien drückte er nicht nur dem Canon Cat und dem Macintosh seinen Stempel auf. Viele seiner Thesen fanden auch an unerwarteten Orten ihre Anwendung. Das bekannteste Buch aus seiner Feder ist vermutlich »The Humane Interface«, das bei Addison Wesley erschienen ist. Anfang des Jahres legte ich mir das Buch zu und las bei fast jeder Gelegenheit aufmerksam und mit leichtem Zweifel in dem 233 Seiten starken Werk.

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Was GUI-Design angeht bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Schon in jungen Jahren verschlang ich das CATS-Buch, das im Gegensatz zu »Microsoft Widows User Experience« weniger umfangreich, aber dafür wesentlich durchdachter und eher allgemeingültig ist. Obendrein ist das Amiga-Buch so schön geschrieben, dass man es wirklich gerne liest.

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Letzteres ist bei Raskin nicht unbedingt der Fall. Oft hält sich an einer Beschreibung länger auf, wenn eine prägnante Liste dem Zweck besser gedient hätte. Auch hat er seine persönlichen Vorlieben, die er schon mal versehentlich unter fachlich begründete Aussagen mischt, ohne das kenntlich zu machen. Mitunter bewirbt der Autor hier seine eigenen Produkte.

Was das Buch aber bedeutsam macht, ist dass es über Nutzerschnittstellen in ungewohnter Tiefe und vor allem grundlegend reflektiert. Diese Form der Betrachtung ist wichtig, denn jeder der viel mit Rechnern arbeitet, kennt die Frustration, die von schlechter Software erzeugt wird. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand nach der Lektüre von »The Humane Interface« noch unbedacht Modi in sein Programm einfügt, oder Wahlschalter benutzt, bei denen An- und Aus-Zustand verwechselt werden können.

Das Buch zeigt allerdings auch sein alter, denn obschon Touch-Interfaces erwähnt werden, passen die Empfehlungen von Raskin eher in eine Zeit, als noch der Gebrauch von physischen Tastaturen die vorrangige Eingabemethode war. Der Umgang mit Audio- und Videomaterial fehlt praktisch vollständig und selbst bei Bildbearbeitung sind die Untersuchungen eher schwach. 

Bitnacht Wertung: ☽☽☽✦✦ (drei von fünf Mondnächten)

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Optische Gestaltungstipps, wie hier in „The Icon Book“ von Horton, fehlen im Buch von Raskin.


MacThink!

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Vera Felicitas Birkenbihl ist - wie man sagt - eine Legende. Die mit 65 Jahren verstorbene Autorin und Trainerin war mit ihrer eigenen Sendung im Fernsehen zu sehen und ihre Bücher »Birkenbihls Denkwerkzeuge« und »Stroh im Kopf« verkaufen sich noch heute gut. Weniger bekannt ist, dass sie sich in den 80ern mit Computerliteratur einen Namen gemacht hat.

Das 272 Seiten umfassende Buch »MacThink!« verspricht im Untertitel, die Intelligenz und Kreativität des Lesers mit einem Mac steigern zu können.

Das klingt abenteuerlich - nicht nur, weil man sich natürlich fragt, ob andere Computer nicht das gleiche können sollten. Aber das Buch ist von 1985 und Birkennbihl ist der Überzeugung, dass die grafische Benutzerschittstelle, die  noch neu war, dem Anwender ermöglicht, in abstrakterer und dem menschlichen Denken angemessener Form zu arbeiten. Man könne damit mehr erreichen, als mit den Kommandozeilensystemen, die damals bei anderen Herstellern noch Stand der Technik waren. Dabei geht es ihr auch um die Arbeitsergebnisse, die nicht nur aus Buchstaben, Zahlen und Tabellen bestehen sollen. Stattdessen sollen unterschiedliche Schriften, Zeichnungen und Diagramme so verwendet werden, dass sie ihr volles Potential an Ausdrucksstärke entwickeln können. Ohne WYSIWYG und Freihandzeichnen mit der Maus erscheint ihr das kaum denkbar.

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Birkenbihl macht, in der für sie später charakteristischen Art, Nägel mit Köpfen und liefert für alles, was sie erläutert, konkrete und anschauliche Beispiele. Nimmt man es genau, dann ist das gesamte Buch ein solches Beispiel. Es ist leicht als ein Produkt aus dem Macintosh zu erkennen: Die Schriften zeigen sichtbare Pixeltreppen und die Zeichnungen haben in gerasterten Flächen oft Streifen, die beim direkten Fotosatz oder Laserdruck nicht aufgetreten wären.

Nur das letzte Drittel des Buches befasst sich ausgiebig mit Tricks und Kniffen bei der Benutzung von konkrete Programmen. Kapitel eins bis sechs sind so allgemein gehalten, dass sie vielleicht auch heute noch umsetzbar sind. Obwohl zum Beispiel in der Zeit allgegenwärtiger Digitalkameras niemand mehr bemalte Folie zum Abzeichen auf seinen Monitor kleben würde.

Die zentrale Botschaft ist, die Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte zu nutzen und keine tausend Wörter zu schreiben, wenn sie durch ein einziges Bild vermittelt werden können. Wie man diesem Anspruch gerecht wird zeigt Birkenbihl im Verlauf an Beispielen aus verschiedensten Situationen. Dabei beschäftigt sie sich zuerst mit den grundlegenden Techniken, wie dem Zeichnen. Danach wendet sie diese Techniken zielgerichtet an, um Präsentationen und Formulare zu erstellen. Auch Konstruktions- und Wegbeschreibungen, ein Kinematikon sowie Raumpläne und Werbeanzeigen sind unter den Anwendungsbeispielen. Besonders gut werden Birkenbihls Kernbereiche illustriert: Lernen, Kreativität und Kommunikation.

Abwechslungsreich und kurzweilig liest sich dieses inspirierte und inspirierende Buch - wenn auch heute nicht mehr unbedingt bis zur letzten Seite: Die Programme, die im dritten Teil des Buches besprochen werden, sind heute weitgehend unbekannt. In jedem Fall ist das Buch zugleich eine Zeitreise zu den Ursprüngen des Desktop-Publishing, als das gedruckte Wort Gewicht hatte und bevor das Internet das Leben der Menschen beeinflusste.

Bitnacht Wertung: ☽☽☽☽✦ (vier von fünf Mondnächten)


Hinter den Tasten

Vielen Menschen geht es ja wie mir: Sie müssen mal mit dem Mac und mal mit einem PC arbeiten. Während manche Linux-Distributionen eine Tastaturbelegung für Macs mitbringen, haben weder Windows noch der Mac eine passende Belegung für den jeweils anderen Tastaturtyp dabei.

Während bei US-Belegungen kaum Unterschiede zu bemerken sind, ist es für uns in Deutschland etwas kniffliger. Wer eine Mac-Tastatur am Windows-Rechner haben will, oder mit BootCamp den Mac für Windows benutzt, kann unter diesem Link eine passende Layout-Datei finden.

Wem es andersherum besser gefällt auch auf dem Mac die Belegung eines PCs zu haben, für den habe ich eine Datei erzeugt, die man unter „~/Library/Keyboard Layouts“ ablegen kann (Finder→„Gehe zum Ordner…“). Anschließend findet man unter Systemeinstellungen →Tastatur → Eingabequellen →„+“ →„Andere…“ den Eintrag „PC Smarty, Deutsch“. Dabei sind nicht alle Beledungen des PCs, aber die wichtigsten. Als besonderes Schmankerl habe ich die typographischen Anführungszeichen auf ALT+1 und ALT+2 gelegt und einen zweiten Klammeraffen(@) an der Mac-Position (ALT+L) versteckt.

Zum erstellen eigener Tastatur-Layouts gibt es auf dem Mac Ukelele (sic!) und unter Windows MSKLC.

Advent, Advent

Morgen wird schon wieder die erste Kerze angezündet. Eine gute Zeit um sich ruhig hinzusetzen und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Zum Beispiel könnte ich meine 2520 alten Tweets (Download 2016-2017) noch einmal lesen. (Die meisten anderen Tweets von anderen sind ja so langweilig. 😉)

Ich habe im Netz übrigens den perfekten Adventskalender für Bitnacht gefunden: Ein leuchtender Adventskalender.

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Ich wünsche allen eine besinnliche Zeit.

Das Wordpress-Archiv

Vor etwa einem Monat habe ich die Wordpress-Seiten endgültig abgeschaltet. Um die Lücke zu füllen gibt es jetzt … und hier: das Bitnacht Archiv der Wordpress-Seite zum Lesen und Ausdrucken. 

Viel Spaß damit.

PS.: Falls jemand einen wirklich guten Trick kennt, wie man alle eigenen Twitter-Posts in ein PDF verwandelt, möge er sich bitte bei mir melden. 

EDITDie alte Methode mit der Anforderung einer Zip-Datei (direkt bei Twitter) funktioniert. Aber ich muss mir noch etwas einfallen lassen - Twitter schickt nur ein in Monate aufgeteiltes HTML-Set, in dem die Bilder extene Links sind.

Alles über Tastaturen

Blabla

Wer mein Blog schon länger liest, der hat schon des öfteren über meine Tastaturen gelesen. Ich bin im Netz nicht der Einzige, der hier eine gewisse Manie entwickelt hat, aber heute möchte ich etwas versuchen, was ich bisher noch nirgends gesehen habe: Eine möglichst umfassende Besschreibung von allem, was mir bei der Auswahl einer Tastatur wichtig erscheint. Dabei erspare ich dem Leser eine historische Erklärung, die man z.B. hier finden kann. Und auch eine genaue Diskussion aller mechanischen Schalter, wie sie hier zu finden ist, will ich nicht versuchen.

Der digitale Nomade - die schwierigste Zielgruppe

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Wer hauptsächlich an einem Notebook, Laptop oder Convertible-Rechner sitzt, benutzt meist die eingebaute Tastatur und es scheint, als hätte man dort keine Auswahl. Aber dadurch, dass man durchaus ein Laptop nach der Tastatur aussuchen kann, ist schon noch einiges an Unterschieden möglich. Auch bei Tastaturen, die scheinbar identisch sind sollte man unbedingt einmal Probeschreiben. Beispielsweise ist der Unterschied zwischen den aktuellen Modellen von MacBook und MacBook Pro optisch nur bei den Funktionstasten und der Touch Bar zu sehen, aber auch die anderen Tasten sind bei Anschlag und Lautstärke sehr verschieden. Beiden gemeinsam ist (unter anderem) ein beinahe konkurrenzlos geringer Tastenhub. Viele Menschen sind auf Tastaturen mit geringem Hub in der Lage schneller zu tippen. Die meisten Laptops verwenden nicht die Schmetterlings-Schalter von Apple, sondern die etwas höheren Scheren-Mechaniken. Diese haben aber immernoch deutlich weniger Hub haben, als konventionelle Tasten.

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Im Gegensatz zu einer Bildschirmtastatur, kann man den Anschlag auch beim normalen MacBook immer noch deutlich fühlen, was ein deutlicher Vorteil ist. Nun werden Mobilrechner aber auch durchaus stationär eingesetzt. An manchen Tagen habe ich das Laptop zwar an einem externen Bildschirm, verwende aber trotzdem nur die eingebaute Tastatur. Was ich mag ist auch der geringe Raum zwichen den Tasten, der zusammen mit der rundum konkaven Form der Tasten selbst. Man muss aber wissen, dass diese Tasten nicht ganz so unempfindlich sind, wie man sich wünschen würde und man sie weder mit Kraft drücken, noch mit krümeln verschmutzen sollte. 

Weit weniger empfindlich, aber auch weniger präzise, ist die Tastatur des iPad Pro. Hier neigt man trotz des eher geringen Hubs dazu, kraftvoll in die Tasten zu hauen. Was die meisten nicht wissen: Man kann über den „Camera-Adaper“ getauften Lightning-zu-USB-Converter jede Tastatur an einen iPad anschließen, wenn man einen HUB mit Stromversorgung benutzt.

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Kompakt oder Vollständig?

Obwohl ein Laptop meist einen Trackpad integriert hat, legt sich der „Schreibtischtäter“ gerne eine Maus neben die Tasten und bei Rechtshändern ist es von Vorteil, dass die meisten Mobilrechner weniger Breit sind, als die etablierte MF2-Tastaturform. Denn so wird die Maus nicht mehr in einem so starken Winkel zum Bildschirm geführt und das ist zumindest für meine Hand-Auge-Koordination ein klarer Vorteil. Dennoch nutze ich die breiten Tastaturen viel, denn bei Emulation und virtualisierung benötigt man manchmal auch seltene Tasten. Andererseits wünsche ich mir oft ich den Purismus der ersten Tastatur für den Macintosh, die weder Funktions- noch Cursor-Tasten hat. Leider hat sich das nicht durchgesetzt.

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Der Versuch, Tasten über eine Funktionstaste zu ersetzen wie bei der Poker-Tastatur, oder den Nummernblock abzutrennen sind Wege, um die Breite einer Tastatur zu reduzieren. Einige Tastaturen machen das Tastefeld schmaler, um Platz zu sparen. Meine Hände gewöhnen sich aber nur schwerlich an die veränderten Abstände und ich glaube das geht vielen Menschen so. Wenn man aber eine Spielernatur ist, dann ist der fehlerfrei getippte Text vielleicht aber nicht so wichtig wie eine coole Beleuchtung und Treffsicherheit. Ein interessanter Ansatz steckt desahlb hinter der Tron-Tastatur von Razer, die breiter ist, als normale Tastaturen, aber durch die Möglichkeit den Nummernblock auf die linke Seite zu bringen, diesen Nachteil wieder ausgleicht.

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Ergonomie und Blindschreiben

Ergonomie wird in der Welt der Tastaturen weniger stark berücksichtigt, als es bei Mäusen der Fall zu sein scheint. Nur Wenige sind dem natürlichen Handwinkel angepasst und inzwischen sind selbst dunkle Beschriftungen auf hellen Tasten die Ausnahme, obwohl letzteres durchaus einmal vom Arbeitsschutz vorgeschrieben war. Aber wer professionell tippt, sollte ja ohnehin nicht auf die Tasten blicken.

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Um das besser zu lernen, oder auch nur um zu unterstreichen, dass man Blindschreiber ist, gibt es z.B. unter dem Markennamen „Das Keyboard“ unbeschriftete Tastaturen. Das klingt toll, aber beim eintippen komplizierter Kenbnwörter geben die meisten Nutzer doch auf.

Fast alle Tastaturen ermöglichen es auch, den Anstellwinkel über einen Klapp-Mechanismus zu verändern. Ich denke allerdings, dass die paar Millimeter, die das im Mittel bringt, keinen großen Einfluss auf die Ergonomie haben.

Stilecht und passend

Irgendwie muss eine Tastatur auch optisch zur restlichen Einrichtung und dem persönlichen Geschmack des Besitzers passen. Vielleicht spielt auch Nostalgie oder der Wunsch sich nicht an etwas neues gewöhnen zu müssen eine Rolle.

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Mit dem passenden Adapter kann man beispielsweise eine IBM-Modell-M oder (wie auf dem Foto oben) eine Apple-Extended-Tastatur an moderne Computer anschließen. Außerdem gibt es beispielsweise die Firma Unicomp, die noch heute Tastaturen mit den berühmten Knickfeder-Schaltern und dem klassischen Look baut - natürlich mit USB. Eine moderne Maus zu finden, die zum klassischen Look passt, ist hingegen beinahe unmöglich.

Robustheit

Beide dieser Klassiker haben den Ruf extrem langlebig und besonders ideal für Vielschreiber zu sein. In der Praxis sind aber die meisten großen Tastaturen stabil genug um einige Jahrzehnte durchzuhalten. Was nicht bedeutet, dass nicht auch mal ein Cherry-Schalter das Zeitliche segnen kann. In meiner Sammlung sind das aber die absoluten Ausnahmen.

Sonderfunktionen, Bluetooth, Beleuchtung und Hubs

Tastaturen für „Gamer“ haben oft allerlei Schnickschnak um sie trotz des höheren Preises bei der Zielgruppe interessant zu machen. Dabei geht es meist nicht nur um frei belegbare Funktions- und Multimedia-Tasten, sonder bunte Beleuchtungen, eingebaute Hubs und sogar zusätzliche kleine Displays werden angeboten. Wer keine Kabellage auf dem Tisch will findet nicht nur Bluetooth-Tastaturen, sondern auch welche mit besonders performanten Gigabit-Funk-Modulen. Je besonderer die Extras aber sind, desto geringer ist die Chance, dass man in einigen Jahen noch die Treiber und Einstellungen-Software dafür laufen lassen kann. Unter Linux und MacOS muss man oft generell auf einige Specials verzichten. Andererseits sind die allermeisten Gaming-Tastaturen keineswegs nur unter Windows brauchbar. Ich würde aber eine Tastatur nicht nach einem einzigen Gimmik aussuchen, sondern immer schauen, was das Eingabemedium noch so in die Wagschale wirft.

Das Apple Museum


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Ein Arbeitskollege hat bei seinem Urlaub Gelegenheit gehabt, das Apple Museum in Prag zu besuchen. Das Museum ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und enthält auch seltenere Hardware im optisch tadellosen Zustand. (Anfassen bzw. ausprobieren kann man leider nichts)

Wer in ohnehin in Prag ist, kann natürlich einen Abstecher in die Gegend zwischen der Karlsbrücke und der Rathausuhr machen und erhält für ca. 9€ Eintritt. Aber erfreulicher Weise gibt es eine zweite Möglichkeit: Das Museum bietet für 3€ einen virtuellen Rundgang. Man sollte sich vorher überlegen, ob man diesen lieber auf dem Handy oder Laptop ansehen möchte, denn nur der Browser speichert das Ticket. Wechselt man das Gerät, muss man neu bezahlen. Der Rundgang funktioniert auf dem QuickTime VR-Prinzip: 360° Fotos werden auf eine Kugel projiziert, diese kann man sich normal anzeigen lassen, oder - eine VR-Brille wie den View Master oder Google Cardboard vorausgesetzt - auch in 3D ansehen.


Mord im Land der Pixel

Gestern kam das lang erwartete Retro-Adventure „Thimbleweed Park“ von Ron Gilbert auf den Makt. Über Good old Games, den Mac App Store oder Steam kann das Spiel jetzt geladen werden.

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Ich habe bisher noch nicht viel Zeit zum Spielen gefunden, aber einen ersten Eindruck habe ich bereits. Und natürlich ist dieses Spiel für Fans von „Das Geheimnis von Monkey Island“ und „Maniac Mansion“ ein absolutes Muss.

Die Geschichte spielt 1987 - vor dem Hintergrund einer verschlafenen Kleinstadt im Norden der USA, die bessere Zeiten gesehen hat: Seit dem Ende einer Kopfkissenfabrik ist der größte Arbeitgeber verschwunden und nur wenige Bewohner und ein paar Geschäfte sind geblieben. Nun geschieht ein Mord (an einem Fremden) und zwei FBI-Agenten werden nach Thimbleweed Park geschickt um der Sache nachzugehen.

Das Setting erinnert an eine Mischung aus Twin Peaks und Akte X. Leider ist die Musik für meine Ohren oft etwas zu rauh und simpel. Ich bin damit nicht so richtig warm geworden. Das Spiel hat momentan englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln, aber ich habe mich beeielt auch die Texte auf Englisch umzustellen, weil ich das natürlicher finde. EDIT: In einem angekündigten Update wird auch eine Sprachausgabe in Deutsch möglich sein.

Bei einem Spiel, das im Sitl einer vergangenen Zeit gehalten ist, muss man einen Kompromiss zwischen modernen und altmodischen Elementen finden. Nicht immer ist meine Meinung mit Ron Gilberts Entscheidungen kompatibel, aber insgesamt macht Thimbleweed Park extrem viel Spaß.  Neben einer großen Anzahl von Anspielungen auf bekannte Lukasfilm-Spiele scheint die Geschichte auf einen dramatischen Höhepunkt hinzusteuern, von dem der Mord nur ein kleines Puzzlestück ist.


© Sven Mertens 2016