Amiga Transformer


Noch bevor der Amiga 500 in die Läden kam, gab es bereits eine Softwareemulation, mit der man IBM-PC-Programme auf dem Amiga laufen lassen konnte.

Heute ist es mit UAE ja genau anders herum, aber damals war der Amiga das leistungsstärkere System, das den wesentlich teueren PC in die Tasche stecken konnte.

Ich hatte schon lange einmal vor, einen umfassenden Text darüber zu schreiben. Aber mir ist jemand zuvorgekommen: In der aktuellen Ausgabe des LOAD-Magazins (5) gibt es auf Seite 32 einen schönen Artikel dazu.

Volksverschlüsselung? - Eher nicht!

So weit so gut. Ich habe in der Vergangenheit X.509 verschlüsselte E-Mails benutzt, um gelegentlich Daten an meinen Firmenrechner und zurück zu übertragen. Damals war das mit ein paar Handgriffen erledigt, aber das ist schon eine Weile her und inzwischen haben sich die meisten Anbieter von kostenlosen Zertifikaten aus dem Staub gemacht.

Das Frauenhofer Institut ist bei uns Nerds ja beliebt, weil es uns MP3 geschenkt hat. Da freut es natürlich, dass man sich dort auf die Fahnen geschrieben hat, Verschlüsselung für jedermann anzubieten. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt.

Zunächst einmal braucht man Windows. Nun gut, das bekomme ich hin, immerhin kann man sich das Schlüsselmaterial ja in Mac und iOS tauglichem Format exportieren. Dann die nächste Hürde: E-Perso mit Online-Funktion? Hab ich nicht, aber über mein Web-Kennwort der Telekom kann ich mich immerhin auch anmelden - aber auch nur weil ich Festnetz-Kunde bin.

OK, innerhalb von einer Stunde konnte ich also vom Mac aus eine signierte Mail verschicken. Aber zu früh gefreut. Verschlüsseln wollte nicht klappen - weder in die eine noch in die andere Richtung. OK, schön der Reihe nach. Eigentlich sollte es reichen eine signierte E-Mail zu erhalten, um dem Sender verschlüsselt antworten zu können, aber hier konnte ich wirklich nur die Identität prüfen. Der Export der Schlüssel aus dem Windows-Programm kann in vielen Formaten erfolgen, aber jeder der Schlüssel scheint privat zu sein. Einen eindeutigen Public-Key findet man ebensowenig, wie die Root-CA-Datei. Letztere kann man aber immerhin hier finden.

Für keinen der Schritte, die es braucht, um wirklich zu verschlüsseln, gibt es bei Volksverschlüsselung eine Anleitung. Die Installation der Zertifikate in Windows-Programme auf dem gleichen Rechner erfolgt vollautomatisch. Das konnte ich nicht testen, es wird aber auch keine Verschlüsselung ermöglichen, weil es hier immer nur um den eigenen Schlüssel und nie um den des Gesprächspartners geht.

Für alle Teilnehmer der Volksverschlüsselung gibt es aber einen LDAP-Server, über den der öffentliche Schlüssel bezogen werden kann. Allerdings ist für das Eintragen das Einverständnis des Besitzers erforderlich. Ich habe dafür aber keine Möglichkeit gefunden. Abgesehen davon scheint LDAP nicht gerade volkstauglich zu sein. Es braucht erst einmal eine LDAP-Client-Software. Kommandozeilen-Tools für diesen Zweck lassen sich nicht auf einer DinA4-Seite hinreichend gut beschreiben und erfordern also etwas Einarbeitung.

Immerhin: Eine verschlüsselte E-Mail sendet Volksverschlüsselung sofort an den Nutzer und diese konnte ich auch sofort lesen. Aber irgendwie habe ich nicht den Eindruck, dass man mit dieser Fassung der Software die Massen erreichen wird.

Ein gutes Omen

Gestern haben wir die Serie „Good Omens“ gesehen. Das Buch hatte ich vor vielen Jahren während meines Studiums gelesen. Vieles habe ich vergessen, trotzdem hatte ich die Befürchtung, dass die Serie mit meiner eigenen Vorstellung in Konflikt geraten könnte. Michael Sheen mochte ich in seiner Rolle als Zuse in „Tron Legacy“ nicht besonders und in den ersten Sekunden von Good Omens fand ich die Erzählstimme (des hier weiblichen Gottes) doch zu sehr als einen Mix aus Galadriel und dem Reiseführer aus „Per Anhalter durch die Galaxis“.

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Aber meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Die Serie hat genau den leichten Tonfall, den es braucht, um dieses Material umzusetzen. Tennant und Sheen spielen nur wenig überzeichnet und die Spezialeffekte lenken - obwohl sie nicht besonders gut sind - nicht zu sehr vom Geschehen ab. Mit steckenweise recht stimmungsvoller Musik und einer gehörigen Portion Humor kann man die Serie durchaus als gelungen bezeichnen.

Die Illustrationen, die ich hier verwende, sind von einer DVD mit lizenzfreien Bildern (IMSI), die ich zu solchen Zwecken vor ca. 15 Jahren erworben habe. Das Gemälde ist von Peter Paul Rubens und stellt die vier Evangelisten (und ihre Wappenzeichen) dar. Die Vogelfigur mit dem Frauenkopf ist als WMF-Vektorbild abgelegt. Ich habe diese Datei mit GraphicConverter 10 in das PNG-Format gewandelt.

Wir haben die Wahl(-Taste)

„Was ist den dieses »Alt« eigentlich?“, fragt jemand im Schleifenquadrat Podcast 24. Was so vielversprechend beginnt, wird leider trotz des hochqualifizierten Personals enttäuschend fortgesetzt: „Die Modifier-Taste, die alternative Belegungen anderer Tasten aktiviert.“ Jetzt sprichst Du wie ein Computer. Das ist richtig, aber der Frager meinte etwas anderes.

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„Wie heißt die denn auf dem aktuellen MacBook?“, hakt der Eine nach. „Option! [ˈɑpʃən]“, geht es dem Anderen auf. Soweit so gut, aber dann wird es missverständlich: „Früher, auf den guten Tastaturen, hieß die »Alt«.“

Tatsächlich bedruckte Apple zumindest auf deutschen Tastaturen - für eine Zeitspanne von geschätzt 5 Jahren - die Wahltaste zusätzlich zum „Badewannen-Symbol“ (⌥) mit dem Schriftzug „alt“ in Kleinbuchstaben. Aber diese Taste wird im Deutschen konsequent eben als die Wahltaste bezeichnet und die Badewanne ist in Wirklichkeit eine Weiche. (Ebenso wie das Schleifenquadrat () aus dem Podcast-Titel auf der Befehlstaste kein Propeller, sondern ein Zeichen für eine Sehenswürdigkeit ist).

Das Problem ist auf deutschen Tastaturen zweifach. Einerseits liegt die Wahltaste nicht direkt neben der Leertaste, wie Alt beim PC. Andererseits gibt es nicht unbedingt immer zwei davon und keine ist wirklich Alt Gr. Während unter Windows die linke Alttaste eigentlich überflüssig ist, braucht man die rechte andauernd. Nutzt man am Mac die Wahltaste für diese Zeichen, so liegen die meisten aber an anderer Stelle: Das @ ist auf dem L statt Q und auch bei den Klammerpaaren ({ } und []) kommt man mit den PC-Griffen auf dem deutschen Mac nicht weiter.

Der langjährige Leser meines Blogs weiß aber nicht nur, dass es diese Probleme mit US-Tastaturen nicht gibt, sondern dass ich bereits das PC-Layout für den Mac einstellbar gemacht habe.

And now my watch has ended

Jetzt ist es soweit: Neun Jahre lang haben wir die Fernsehserie Game of Thrones verfolgt und zwölf Jahre The Big Bang Theory gesehen. In dieser Woche haben wir jeweils die letzte aller Folgen auf unserem Bildschirm gehabt - keine einzige haben wir verpasst. Und keine andere Serie wird den Platz dieser beiden bei uns einnehmen.

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Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein: BBT erzählt über Akademiker, die nie so richtig erwachsen werden. Es ist eine humorvolle Serie, die im Hier und Jetzt spielt. In BBT haben viele Stars als Gastrolle bekommen, in der sie sich selbst spielen: Carrie Fisher, Summer Glau, Sarah Michelle Gellar, Adam West, Wil Wheaton, Mark Hamill, Nathan Fillion, William Shatner, Steve Wozniak, James Earl Jones und sogar Steven Hawking hatten einen Auftritt. 

GOT dagegen spielt in einer phantastischen Welt des Mittelalters, in der Drachen ebenso beheimatet sind, wie Unsterbliche und Riesen. Obwohl das „Lied von Eis und Feuer“ (wie die Bücher auf denen die Serie basiert betitelt sind) scheinbar kürzer war, ist die Lücke, die es hinterlässt, größer als die der geistreichen Sitcom.

Daeneris und Khaleesi sind heute fast normale Mädchennamen und mit den Helden der Geschichte sind auch ihre Darsteller zu Superstars geworden. Game of Thrones hat Maßstäbe gesetzt, was Produktion und Kunstfertigkeit angeht. Aber für die Zuschauer ging es in erster Linie nicht um die brillanten Aufnahmen, sauberen Trickeffekte, herausragenden Stunts und die meisterhafte Filmmusik: Wir haben mit Tyrion von der Mauer geschaut, mit Jon die Wildlinge kennengelernt, mit Brienne Winterfell zurückerobert und mit Hodor die Tür aufgehalten. Nun ist die Geschichte vorbei und wir fühlen uns plötzlich allein mit uns selbst und unseren Gedanken.

Die Miya-Tastatur

In einer bekannten Show von Otto Waalkes interpretierte der Humorist damals aktuelle Pop-Songs mit dem Text von „Hänsel und Gretel“. Nach einigen Stücken ergab sich der Eindruck, dass die Show nun zu Ende sei, aber Waalkes unterbrach den Applaus durch lautes Rufen: „Einen hab ich noch! Einen hab ich noch!

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Getreu diesem Motto habe ich bei Case King eine Ducky Varmilo Miya gekauft. Entsprechend meiner derzeitigen Vorliebe sind es lineare, schwarze Cherry-Schalter, die in dem Panda-Look-Produkt zum Einsatz kommen. Diese Schalter sind leise, wenn man sie nicht bis zum Ende durchdrückt, aber dann macht es auch nicht so viel Spaß. Die vergleichsweise schwergängigen Tasten mit dem vollen Hub wollen geradezu gehämmert werden - ganz so, als hätte man eine mechanische Schreibmaschine.

Die Miya ist etwas breiter als die Poker, weil sie auch einen Cursor-Block, Insert, Delete sowie Page Up und Page Down beherbergt. Fröhliche Ersatztasten eine Luxus Mausmatte und ein plüschiger Panda trösten den Käufer über den eher hohen Preis hinweg. Das Ganze ist liebevoll verpackt und man gewinnt den Eindruck, sich etwas Gutes gegönnt zu haben.

In der Gamer-Welt werden Tasten auch mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, wenn die Tastenkappe undurchsichtig ist. Das habe ich nie ganz verstanden, aber es hat auch irgendwie etwas und lässt sich natürlich auch abschalten.

Ebenso wie bei der Lofree-Maus, die ich vor drei Wochen besprochen habe, handelt sich es um ein selbstbewusst chinesisches Produkt, das den Vergleich mit anderen namenhaften Herstellern nicht zu scheuen braucht. Allerdings habe ich Probleme, nachdem mein Mac in den Ruhestand versetzt wurde. Beim Aufwachen bleibt die Tastatur zunächst ohne Reaktion. Das Problem tritt aber anscheinend nur auf, wenn man die Tastatur selbst zum Aufwecken des Mac benutzt und hat eventuell auch etwas mit meinen anderen Einstellungen zu tun.

Fünf Dinge, die ich heute bei Apple vermisse

Ich bin kein Mac-User der ersten Stunde. Meine ersten eigenen Erfahrungen mit dem Mac stammen aus dem Jahr 2001. Über die Zeit hat sich vieles verändert. Viel ist besser geworden, aber es gibt auch das Gegenteil. Hier sind aber fünf Dinge, die ich persönlich gerne wieder sehen würde.

Offenheit

In den 2000ern hatte Apple noch einen Hang zu offenen Standards und Interoperabilität. iChat funktionierte mit anderen Messengern über ein gemeinsames Protokoll, Java war gut integriert, X11 war ein Teil des Betriebssystems und ein iPod konnte wie eine normale Firewire-Platte benutzt werden. 

Man war dabei aber nicht einfach eine Kopie der Konkurrenz: Der Gamma-Wert der Bildschirme war nicht, wie bei Windows, auf einen willkürlichen Wert gesetzt, sondern bezog sich auf die Foto und Videotechnik. Bildschirmfotos waren im Tiff-Format statt im verlustbehafteten JPEG. Man richtete sich nach den Ansprüchen der Profis und nicht nach dem schnellen Markt der halbgaren Lösungen. Damals war es dieser Fokus und die Motorola CPU, die die Kritik des geschlossenen Systems befeuerten.

Heute scheint Offenheit bei Apple keine Priorität mehr zu haben, obwohl viele Kritik in dieser Richtung im Detail nicht stimmt, bleibt insgesamt dieser Eindruck unwidersprochen.

Freiheit und Unabhängigkeit

Ein Apple war schon immer ein Computer für zuhause. Die Unabhängigkeit von Großrechnern und Netzwerken war ein Kerngedanke der ersten Tage. Noch immer funktionieren Macs ohne Zugriff auf das Internet perfekt, aber Apple setzt den Fokus immer stärker auf iCloud und die Services, so dass diese Bastion demnächst fallen könnte. 

Dazu gehört auch der Bereich des Rechtemanagements (DRM) und der Virenschutz (Gatekeeper). Apple arbeitete vom ersten Tag daran, dass die Lieder im iTunes-Music-Store frei vom Kopierschutz sind (Amazon war ein bisschen schneller). Heute kann ich nicht einmal von meinem iPhone über Lightning und HDMI eine iTunes-Serienepisode auf meinem Fernseher schauen, obwohl viele andere Apps keine Einschränkungen dieser Art haben.

Aluminium und Schlankheitswahn

Bevor Apple damit anfing Chips von Intel zu benutzen, waren alle ihre Rechner zum Großteil in Kunststoffgehäusen verbaut. Wegen des Branschutzes und einiger anderer Eigenschaften, waren die Chemikalien darin leider nicht völlig unbedenklich. Man sagt also, dass Aluminium, auch wegen seiner Eigenschaft, sich gut recyclen zu lassen, ein Schritt nach vorne für die Umwelt wäre. Das finde ich natürlich super und möchte das keinesfalls kleinreden. Allerdings ist Aluminium für mich ein unangenehmes Material: Es ist hart und kalt. Macs sind heute scharfkantig und ich fasse sie nicht mehr gerne an. Als Kind mochte ich metallisch schimmernde Oberflächen. Sie erinnerten mich an Science-Fiction. Heute aber würde ich mir ein wärmeres Material und fröhliche Farben wünschen.

Früher hatten Apple Geräte auch immer Platz, um sie anzufassen, ohne gleich eine Aktion auszulösen. Heute haben die Tastaturen keinen Rand und die iDevices reagieren bereits auf das Anheben und die Stimme, wenn man gar nicht bewusst mit ihnen etwas getan hat.

User Interface, Bildschirme und Akkus

Dieser Punkt ist etwas diffuser. Wenn ich damals einen Macintosh auf dem Schreibtisch hatte, dann blieb viel Platz für anderes. Das kann man heute auch noch haben, wenn man einen Mobilrechner benutzt. Der aber hat immer einen Akku und mit Maus, Tastatur, Macbook, iPad, Watch, Airpods und iPhone sind Strahlung und Akkuverbrauch sicher ein Thema. Nehme ich stattdessen einen iMac habe ich ein riesiges Flutlicht vor mir, aber mein Schreibtisch ist voll - nur hinter dem Bildschirm ist unnötig viel Platz. (Was zum Teil auch daran liegt, dass ich den Bildschirm nicht weiter als einen ausgestreckten Arm entfernt aufstellen kann, wenn ich keine Brille bemühen möchte.)

Mit dem iPad Pro hat man einen Bildschirm passabler Größe, aber das User Interface versteckt viele Funktionen hinter obskuren Touch-Gesten, die ein Anfänger nur schwer entdecken kann.

Für kreative Köpfe

Wenn man in der Kreativindustrie ist, dann gibt es natürlich Prozesse und Verfahren, die man einhalten muss. Oft ist es aus gutem Grund kompliziert ein Produkt zum Kunden zu bringen. Das gilt für Videos, Musik, Bücher und Programme. In der Vergangenheit machte es Apple aber vor allem auch denen leicht, die nicht professionell organisiert waren, wenn sie ihre kreativen Ergebnisse an Freunde, Bekannte und Verwandte weitergeben wollten. iDVD und Hypercard sind Paradebeispiele bezüglich Video und Programmieren, aber auch die „Share“-Funktion für Twitter und Facebook in Mac OS 10.9 gehört dazu.

Inzwischen hat Apple aber einen stärkeren Fokus auf den Konsum von Inhalten bekommen und die direkte Verbindung zwischen den Nutzern leidet meiner Meinung nach darunter. 

No Silver Bullet

Ich denke jeder Nutzer fragt sich gelegentlich, ob er nicht das System wechseln sollte, wo ihm doch die Probleme so bewusst sind. Für mich bleibt der Mac die Plattform der Wahl weil die Alternativen bei den mir wichtigen Punkten den Mac nicht erreicht oder zumindest nicht überholt haben. Offenheit und Unabhängigkeit gibt es natürlich unter Linux viel stärker als bei anderen Systemen, aber offen für Closed Source ist es nicht und es gibt zu viele Probleme mit der Zusammenarbeit  - z.B. bei Musik und Video-Produktion.

Die besten Drittanbieter?

Davon abgesehen gibt es für den Mac viele Programme, die eine beinahe optimale Nutzererfahrung bieten. Wer sich spontan an OmniGraffle wagt, wird schneller schöne Ergebnisse bekommen, als wenn er sich eine Woche lang in Visio einarbeitet. Mit Cheetah3D ist man dem Blender-Nutzer ebenfalls schnell davongelaufen, und BBedit schlägt Notepad++ in der gleichen Metrik. Und sogar der Finder kommt näher an die Workbench heran als Directory Opus für Windows.

MAUS von Lofree

Der chinesische Hersteller Lofree hat eine Computermaus mit dem Namen MAUS im Programm, die aussieht, als wäre sie vom italienischen Architekten und Designer Ettore Sottsass entworfen. Wenn die Olivetti Valentine mit einer Maus gekommen wäre1, dann hätte sie sicher genau so ausgesehen.

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Eine Umschaltung zwischen Bluetooth und dem mitgelieferten Dongle zeigt, dass hier an PC und Mac-User gedacht wurde. Dementsprechend rollt das Scrollrad für den Mac eigentlich in die falsche Richtung. Im normalen Betrieb erscheint die Maus unauffällig und lässt sich etwa mit der Logitech M345 vergleichen.

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Anders als bei der Amiga Tank-Mouse liegen die beiden Maustasten recht weit außen. Das ist verbreitet, aber bedeutet dass man entweder Daumen oder Zeigefinger leicht anspannen muss, um einen Primärklick durchzuführen. Bei einem bequemen Griff liegt der Zeigefinger für mich zwischen dem Rollrad und der rechten Taste.

Insgesamt hat die MAUS sechs Tasten und zwei Rollräder. Die Belegungen sind durchweg nützlich: Swipe-Gesten für Launchpad, Mission Control und den Wechsel zwischen virtuellen Desktops sind ebenso vorhanden, wie ein Zoom und eine DPI-Umschaltung. Aber die Gesten sind zuerst ungewohnt und sowohl Scrollen als auch Zoomen sind nicht flüssig. Obendrein sind die beiden Daumentasten leichtgängig und lösen gelegentlich ungewollt aus. Das ist bei der Tron-Maus wesentlich extremer und hat dazu geführt, dass ich die Tron gar nicht mehr verwende. Bei der Lofree gibt es nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber kaum Probleme.

Ist die Lofree MAUS die coolste Maus auf dem Planeten? Nein! Dieser Platz ist bereits von Jobs an die Puck-Maus vergeben. Ihre Nachteile sind hinlänglich bekannt, aber ich benutze sie oft und finde sie weniger ermüdend als manch andere.

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1 Olivetti hat in den 80ern durchaus Mäuse angeboten. Der Nachfolger der Logitech C7 (Mouse Series 2) wurde mit Olivetti-Branding verkauft. In diesem Kontext möchte ich die Seite vom Mauseum empfehlen, die mich darauf gebracht hat. 



Trüberbrook

Ich habe die anderen beiden Spiele der Bild- und Tonfabrik links liegen lassen, denn der Humor machte mich skeptisch. Puzzlespiele mit zu viel Humor - wie beispielsweise Simon the Sorcerer - finde ich oft zu schwierig, weil ich nicht auf so absurde Ideen komme. Day of the Tentacle war diesbezüglich auch schon grenzwertig. 

Jetzt hat besagtes Studio das Spiel »Trüberbrook« herausgebracht und das erscheint mir eine bessere Balance zwischen Ernst und Humor zu haben. Tatsächlich war ich sogar überrascht, dass Angelruten wirklich zum Angeln und Bierdeckel für wackelnde Tische benutzt werden sollen. Aber ganz so logisch bleibt es leider nicht.

Technisch ist das Spiel deshalb interessant, weil hier handgefertigte Dioramen dreidimensional digitalisiert wurden, um die Schauplätze für das Spiel zu gestalten. Den Preis von fast 30€ und der Download von 2,3 Gigabyte muss man dabei in Kauf (no pun intended) nehmen.

Amüsamter Weise heisst das Spiel im Mac App-Store - weil die Spalte zu schmal ist „Trüberbro ok“. Nachdem die ersten Versionen wohl größere Performance-Probleme hatten (zumindest, wenn man den Reviews glauben mag), spielt sich diese Version in HD auf einem aktuellen iMac flüssig. Allerdings nicht in voller 5k-Auflösung. Letztere wird zur Diashow, was aber nicht so bedeutend ist, weil die Texturen in 5k nicht scharf, sonder verwaschen wirken.

Noch habe ich Trüberbrook nicht durchgespielt, deswegen erlaube ich mir hier noch kein finales Fazit. In der ersten Spielstunde ist das Game auf jeden Fall amüsant und atmosphärisch stimmig. 

UPDATE: Im weiteren Verlauf entwickelt sich die Geschichte allerdings nicht so richtig. Was zunächst wie eine Reise in die Vergangenheit scheint, bleibt oberflächlich und man hat den Eindruck, in einer hastig produzierten Dr. Who folge gelandet zu sein. Zwar bleibt die Spannung, was wohl die Auflösung sein mag, aber während man bei Firewatch und Thimbleweed Park oft noch hier und da länger verweilen möchte, will man Trüberbrook nur so schnell wie möglich verlassen, weil es einfach nicht besonders viel zu entdecken gibt.


QWANT für einen Tag nicht erreichbar?

Schon seit ein paar Stunden erreiche ich meine Lieblings-Suchmaschine nicht mehr. Ich hätte erwartet, dass ich jetzt auf Twitter mehr erfahre, aber leider steht da momentan auch noch nichts.

Ich dachte, dass aus Gründen des Datenschutzes schon viele zu Qwant gewechselt wären, aber anscheinend ist der Ausfall kein großes Gesprächsthema. Für die Übergangszeit suche ich dann mal auf Startpage.de.

UPDATE(2): Nach einem Tag war das Problem verschwunden. Die Seite Allestroerungen.de hat leider überhaupt nichts zu Qwant. Auf meinem iPhone habe ich Qwant auf dem Homescreen. Damit konnte ich auch während des Problems die Seite weiterhin wie gewohnt benutzen. Ob es irgendwo in meiner Nameserverkette ein Problem gab? Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.


© Sven Mertens 2019