Blog


Alles über Tastaturen

Blabla

Wer mein Blog schon länger liest, der hat schon des öfteren über meine Tastaturen gelesen. Ich bin im Netz nicht der Einzige, der hier eine gewisse Manie entwickelt hat, aber heute möchte ich etwas versuchen, was ich bisher noch nirgends gesehen habe: Eine möglichst umfassende Besschreibung von allem, was mir bei der Auswahl einer Tastatur wichtig erscheint. Dabei erspare ich dem Leser eine historische Erklärung, die man z.B. hier finden kann. Und auch eine genaue Diskussion aller mechanischen Schalter, wie sie hier zu finden ist, will ich nicht versuchen.

Der digitale Nomade - die schwierigste Zielgruppe

DSC 2831

Wer hauptsächlich an einem Notebook, Laptop oder Convertible-Rechner sitzt, benutzt meist die eingebaute Tastatur und es scheint, als hätte man dort keine Auswahl. Aber dadurch, dass man durchaus ein Laptop nach der Tastatur aussuchen kann, ist schon noch einiges an Unterschieden möglich. Auch bei Tastaturen, die scheinbar identisch sind sollte man unbedingt einmal Probeschreiben. Beispielsweise ist der Unterschied zwischen den aktuellen Modellen von MacBook und MacBook Pro optisch nur bei den Funktionstasten und der Touch Bar zu sehen, aber auch die anderen Tasten sind bei Anschlag und Lautstärke sehr verschieden. Beiden gemeinsam ist (unter anderem) ein beinahe konkurrenzlos geringer Tastenhub. Viele Menschen sind auf Tastaturen mit geringem Hub in der Lage schneller zu tippen. Die meisten Laptops verwendennicht die Schmetterlings-Schalter von Apple, sondern die etwas höheren Scheren-Mechaniken. Diese haben aber immernoch deutlich weniger Hub haben, als konventionelle Tasten.

DSC 2833

Im Gegensatz zu einer Bildschirmtastatur, kann man den Anschlag auch beim normalen MacBook immer noch deutlich fühlen, was ein deutlicher Vorteil ist. Nun werden Mobilrechner aber auch durchaus stationär eingesetzt. An manchen Tagen habe ich das Laptop zwar an einem externen Bildschirm, verwende aber trotzdem nur die eingebaute Tastatur. Was ich mag ist auch der geringe Raum zwichen den Tasten, der zusammen mit der rundum konkaven Form der Tasten selbst. Man muss aber wissen, dass diese Tasten nicht ganz so unempfindlich sind, wie man sich wünschen würde und man sie weder mit Kraft drücken, noch mit krümeln verschmutzen sollte. 

Weit weniger empfindlich, aber auch weniger präzise, ist die Tastatur des iPad Pro. Hier neigt man trotz des eher geringen Hubs dazu, kraftvoll in die Tasten zu hauen. Was die meisten nicht wissen: Man kann über den „Camera-Adaper“ getauften Lightning-zu-USB-Converter jede Tastatur an einen iPad anschließen, wenn man einen HUB mit Stromversorgung benutzt.

DSC 2840

Kompakt oder Vollständig?

Obwohl ein Laptop meist einen Trackpad integriert hat, legt sich der „Schreibtischtäter“ gerne eine Maus neben die Tasten und bei Rechtshändern ist es von Vorteil, dass die meisten Mobilrechner weniger Breit sind, als die etablierte MF2-Tastaturform. Denn so wird die Maus nicht mehr in einem so starken Winkel zum Bildschirm geführt und das ist zumindest für meine Hand-Auge-Koordination ein klarer Vorteil. Dennoch nutze ich die breiten Tastaturen viel, denn bei Emulation und virtualisierung benötigt man manchmal auch seltene Tasten. Andererseits wünsche ich mir oft ich den Purismus der ersten Tastatur für den Macintosh, die weder Funktions- noch Cursor-Tasten hat. Leider hat sich das nicht durchgesetzt.

IMG 0791

Der Versuch, Tasten über eine Funktionstaste zu ersetzen wie bei der Poker-Tastatur, oder den Nummernblock abzutrennen sind Wege, um die Breite einer Tastatur zu reduzieren. Einige Tastaturen machen das Tastefeld schmaler, um Platz zu sparen. Meine Hände gewöhnen sich aber nur schwerlich an die veränderten Abstände und ich glaube das geht vielen Menschen so. Wenn man aber eine Spielernatur ist, dann ist der fehlerfrei getippte Text vielleicht aber nicht so wichtig wie eine colle Beleuchtung und Treffsicherheit. Ein interessanter Ansatz steckt desahlb hinter der Tron-Tastatur von Razer, die breiter ist, als normale Tastaturen, aber durch die Möglichkeit den Nummernblock auf die linke Seite zu bringen, diesen Nachteil wieder ausgleicht.

DSC 2839

Ergonomie und Blindschreiben

Ergonomie wird in der Welt der Tastaturen weniger stark berücksichtigt, als es bei Mäusen der Fall zu sein scheint. Nur Wenige sind dem natürlichen Handwinkel angepasst und inzwischen sind selbst dunkle Beschriftungen auf hellen Tasten die Ausnahme, obwohl letzteres durchaus einmal vom Arbeitsschutz vorgeschrieben war. Aber wer professionell tippt, sollte ja ohnehin nicht auf die Tasten blicken.

DSC 2835

Um das besser zu lernen, oder auch nur um zu unterstreichen, dass man Blindschreiber ist, gibt es z.B. unter dem Markennamen „Das Keyboard“ unbeschriftete Tastaturen. Das klingt toll, aber beim eintippen komplizierter Kenbnwörter geben die meisten Nutzer doch auf.

Fast alle Tastaturen ermöglichen es auch, den Anstellwinkel über einen Klapp-Mechanismus zu verändern. Ich denke allerdings, dass die paar Millimeter, die das im Mittel bringt, keinen großen Einfluss auf die Ergonomie haben.

Stilecht und passend

Irgendwie muss eine Tastatur auch optisch zur restlichen Einrichtung und dem persönlichen Geschmack des Besitzers passen. Vielleicht spielt auch Nostalgie oder der Wunsch sich nicht an etwas neues gewöhnen zu müssen eine Rolle.

mac

Mit dem passenden Adapter kann man beispielsweise eine IBM-Modell-M oder (wie auf dem Foto oben) eine Apple-Extended-Tastatur an moderne Computer anschließen. Außerdem gibt es beispielsweise die Firma Unicomp, die noch heute Tastaturen mit den berühmten Knickfeder-Schaltern und dem klassischen Look baut - natürlich mit USB. Eine moderne Maus zu finden, die zum klassischen Look passt, ist hingegen beinahe unmöglich.

Robustheit

Beide dieser Klassiker haben den Ruf extrem langlebig und besonders ideal für Vielschreiber zu sein. In der Praxis sind aber die meisten großen Tastaturen stabil genug um einige Jahrzehnte durchzuhalten. Was nicht bedeutet, dass nicht auch mal ein Cherry-Schalter das Zeitliche segnen kann. In meiner Sammlung sind das aber die absoluten Ausnahmen.

Sonderfunktionen, Bluetooth, Beleuchtung und Hubs

Tastaturen für „Gamer“ haben oft allerlei Schnickschnak um sie trotz des höheren Preises bei der Zielgruppe interessant zu machen. Dabei geht es meist nicht nur um frei belegbare Funktions- und Multimedia-Tasten, sonder bunte Beleuchtungen, eingebaute Hubs und sogar zusätzliche kleine Displays werden angeboten. Wer keine Kabellage auf dem Tisch will findet nicht nur Bluetooth-Tastaturen, sondern auch welche mit besonders performanten Gigabit-Funk-Modulen. Je besonderer die Extras aber sind, desto geringer ist die Chance, dass man in einigen Jahen noch die Treiber und Einstellungen-Software dafür laufen lassen kann. Unter Linux und MacOS muss man oft generell auf einige Specials verzichten. Andererseits sind die allermeisten Gaming-Tastaturen keineswegs nur unter Windows brauchbar. Ich würde aber eine Tastatur nicht nach einem einzigen Gimmik aussuchen, sondern immer schauen, was das Eingabemedium noch so in die Wagschale wirft.

Das Apple Museum


08F35A43-F5E1-47DF-8BE7-889B7AF9B93A

Ein Arbeitskollege hat bei seinem Urlaub Gelegenheit gehabt, das Apple Museum in Prag zu besuchen. Das Museum ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und enthält auch seltenere Hardware im optisch tadellosen Zustand. (Anfassen bzw. ausprobieren kann man leider nichts)

Wer in ohnehin in Prag ist, kann natürlich einen Abstecher in die Gegend zwischen der Karlsbrücke und der Rathausuhr machen und erhält für ca. 9€ Eintritt. Aber erfreulicher Weise gibt es eine zweite Möglichkeit: Das Museum bietet für 3€ einen virtuellen Rundgang. Man sollte sich vorher überlegen, ob man diesen lieber auf dem Handy oder Laptop ansehen möchte, denn nur der Browser speichert das Ticket. Wechselt man das Gerät, muss man neu bezahlen. Der Rundgang funktioniert auf dem QuickTime VR-Prinzip: 360° Fotos werden auf eine Kugel projiziert, diese kann man sich normal anzeigen lassen, oder - eine VR-Brille wie den View Master oder Google Cardboard vorausgesetzt - auch in 3D ansehen.


Mord im Land der Pixel

Gestern kam das lang erwartete Retro-Adventure „Thimbleweed Park“ von Ron Gilbert auf den Makt. Über Good old Games, den Mac App Store oder Steam kann das Spiel jetzt geladen werden.

IMG 0964

Ich habe bisher noch nicht viel Zeit zum Spielen gefunden, aber einen ersten Eindruck habe ich bereits. Und natürlich ist dieses Spiel für Fans von „Das Geheimnis von Monkey Island“ und „Maniac Mansion“ ein absolutes Muss.

Die Geschichte spielt 1987 - vor dem Hintergrund einer verschlafenen Kleinstadt im Norden der USA, die bessere Zeiten gesehen hat: Seit dem Ende einer Kopfkissenfabrik ist der größte Arbeitgeber verschwunden und nur wenige Bewohner und ein paar Geschäfte sind geblieben. Nun geschieht ein Mord (an einem Fremden) und zwei FBI-Agenten werden nach Thimbleweed Park geschickt um der Sache nachzugehen.

Das Setting erinnert an eine Mischung aus Twin Peaks und Akte X. Leider ist die Musik für meine Ohren oft etwas zu rauh und simpel. Ich bin damit nicht so richtig warm geworden. Das Spiel hat momentan englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln, aber ich habe mich beeielt auch die Texte auf Englisch umzustellen, weil ich das natürlicher finde. EDIT: In einem angekündigten Update wird auch eine Sprachausgabe in Deutsch möglich sein.

Bei einem Spiel, das im Sitl einer vergangenen Zeit gehalten ist, muss man einen Kompromiss zwischen modernen und altmodischen Elementen finden. Nicht immer ist meine Meinung mit Ron Gilberts Entscheidungen kompatibel, aber insgesamt macht Thimbleweed Park extrem viel Spaß.  Neben einer großen Anzahl von Anspielungen auf bekannte Lukasfilm-Spiele scheint die Geschichte auf einen dramatischen Höhepunkt hinzusteuern, von dem der Mord nur ein kleines Puzzlestück ist.

Videospiel „Firewatch“: Mein Eindruck


Ich hatte zwar schon im Podcast davon erzählt und es auch schon getwittert, aber ich finde, ich kann ruhig noch einmal etwas genauer erzählen, wie Firewatch auf dem Mac so ist.

Gerade würde ich gerne eine Fortsetzung-Geschichte spielen, denn es macht Spaß Firewatch zu erkunden. Leider ist die Story zu linear und es ist recht ernüchternd, noch einmal alte Spielstände zu laden, um zu sehen, was geschehen wäre, wenn man sich anders verhalten hätte. Es gibt fast keine Zufallselemente und alles muss immer in der gleichen Reihenfolge passieren. Zwar kann man sich im Wald frei bewegen, aber nur an einer einzigen Stelle wird der nächste Plot-Point auftauchen.

Nach einer Einleitung, in der man in grober Form die Hintergrundgeschichte von Henry als Multiple-Choice-Text bekommt erreicht man seinen Wachturm und wird gleich per Funk von seiner Vorgesetzten - Delila - begrüßt. Da Henry aus einer komplizierten bzw. tragischen Beziehung geflohen ist und die junge Dame sich auch emotional neu orientieren will, werden diese Funk-Kontakte über das Spiel hinweg persönlicher und nicht langweilig. Dabei erkundet man die schön gestaltete und ziemlich große Landschaft des Waldes, entdeckt Vandalismus, Unfälle, Geheimnisse und begegnet fast gar keinen Campern oder Wildhütern. Sieht aber einiges von ihren Hinterlassenschaften.

Nach einer Weile gibt es mehrere Zeitsprünge. Ich fand es eher schwierig diese Zeitsprünge einzuordnen. Vielleicht wäre es das Beste gewesen, tatsächlich Spielpausen einzulegen, die dem Intervall entsprechen. So entsteht auch der Eindruck, das Spiel wäre zu kurz, obwohl ich die Spieldauer eigentlich ganz gut fand.

Die Steuerung war überwiegend gut, aber ich fand es schwierig, wie die Gespräce über das Funkgerät gesteuert wurden. Man brauchte viel aufmerksamkeit um rechtzeitig die richtige Dialogzeile auszuwählen. Ein Mac mit Chipsatz-Grafik ist bei Firewatch gut ausgelastet. Die Bilder sind auch dementsprechend schön anzusehen, obwohl es sicher nicht die Bildqualität der neuesten Tomb-Raider-Titel erreicht.

Dabei fällt mir eine Sache ein, die ich empfehlen möchte (Spoiler): Macht die Fotos mit der Kamera im Spiel so, dass ihr sie gerne noch einmal sehen würdet. Fotografiert im Zweifelsfall den Sonnenuntergang und nicht die Leiche. Und seid beruhigt was das Ende betrifft. Es ist kein Happy-End, aber die Hauptfiguren überleben ohne all zu großen Schaden zu nehmen.

Frohe Weihnachten

Allen Lesern von Bitnacht wünsche ich ein besinnliches und gesegnetets Weihnachtsfest. Möge ein Geist des Friedens in Euren Häusern weilen.

– Der Weihnachtsmann

Bildschirmfoto

Als kleines Weihnachtsgeschenk gibt es hier ein Programm, dass man nach drei Tagen in den Keller packen und im nächsten Jahr wieder verwenden kann. Ich nenne es „Lichterkette“.

Den kleinen Weihnachtsmann kann man beliebig auf den Desktop verschieben. Das Programm lässt die Nase und die bunten Glühbirnen blinken und hat sonst keinen weiteren Zweck. Beendet wird es mit der Escape-Taste (falls man eine hat), oder im Menü (auf dem Mac - ⌘Q geht natürlich auch.)

Je nach Betriebssystem:

Halloween

Fröhliches Gruselfest! Wer den Podcast noch nicht gehört hat sei erinnert, dass jetzt der geeignete Zeitpunkt ist: Die Sterne stehen günstig. ;-)

Halloween

Douglas Adams′ Megapode Stack

Viele wissen, dass Douglas Adams an einigen Computerspielen mitgewirkt hat, aber wenigen ist bekannt, dass er auch genug programmieren konnte, um das eine oder andere nützliche Hilfsmittel auf die Beine zu stellen. Bill Atkinsons Hypercard war natürlich für solche Aufgaben ideal.

Das Programm, das ich iher zeige, habe ich von der hier verlinkten Webseite.

Douglas schrieb in seinem Buch „Die Letzten ihrer Art“ über das Programm:

Um zehn Sekunden Zeit zu gewinnen, kann es sich lohnen einen ganzen Tag glücklich nach einem Weg zu suchen, sie einzusparen.[…]

Entscheidend ist, dass sich der Taubenwallnister eine fantastische Methode zur Arbeitseinsparung ausgedacht hat. Die Arbeit die er sich ersparen möchte ist das zeitraubende Auf-Dem-Nest-Hocken und Eier-Ausbrüten. […] 

Ich habe gerade eine fröhliche Stunde damit verbracht, ein Programm zu schreiben, das mir sofort das Volumen des Nests berechnet […] was natürlich auch eine fantastische Methode der Areitseinsparung ist.

Zu meiner freudigen Überraschung kann man das Zitat ebenfalls hier im englischen Original nachlesen.


Dieser Browser kann die eingebettete Videodatei nicht abspielen.

Hinweis zum Video: Ich habe festgestellt, dass dieses Video auf dem Mac nicht abgespielt wird. Ich weiß nicht warum, aber auf iPhone und iPad ist es kein Problem. Falls jemand auf Anhieb die Ursache weiß, würde ich mich um eine Nachricht freuen. Ich habe diese Aufnahme mit einem Emulator (BasisliskII) gemacht, weil es etwas aufwendiger wäre, das mit meinem Macintosh Plus zu machen. Der Emulator ist allerdings extrem langsam beim Überblendeffekt und ich musste mit iMovie für iOS (das ging am schnellsten) die Szene beschleunigen und kürzen. 

Hermann der User

Karl Bihlmeier erschuf Hermann. Hermann ist ein User wie Du und ich. Naja, nicht ganz: Er ist eine Comicfigur. Kennengelernt habe ich ihn im Amiga Magazin von Markt&Technik. Die Happy Computer hatte den auch sehr beachtlichen Kosinus* und in der 64er gab es den Papagei Rockus, aber nur Hermann hat es in das nächste Jahrtausend geschafft. Leider sind die beiden Bücher, in denen viele von Hermanns Erlebnissen zu finden waren, nicht mehr im normalen Handel. Aber unter diesem Link kann man genug Strips finden, um den blonden Kerl kennenzulernen, oder in Erinnerungen zu schwelgen.

DSCF0003 (1)

*) Jetzt wo ich sie erwähnt habe, muss ich bei Gelegenheit auch mal über die anderen Comichelden in Computerzeichriften schreiben. Aber alles zu seiner Zeit.

Neustart

Moin und guten Tag,

heute fällt der Startschuss für das neue Bitnacht. Noch sind die Seiten nicht online. Ich will sie schon mit einigem Material gefüllt haben, wenn die ersten Besucher kommen. Insbesondere werde ich auch ganz viel älteres Material übernehmen: Ich habe schon einige alte Podcast-Episoden herausgesucht.

Schreibtisch

Momentan sind unter http://bitnacht.de/wordpress noch die Inhalte der letzten drei Jahre verfügbar. Dabei sind auch die alten RSS-Feeds und Podcasts. Ich denke, ich werde diese erst nach und nach hierher bringen und auf aktualität und sinnfälligkeit überprüfen.

Aus dem Archiv: VR wird überbewertet


Nichts gegen 3D. Ich mag es, wenn Bilder Tiefe bekommen und schaue mir das gerne an. Aber wenn zum Beispiel bei Star Wars Episode 7 – ein Film, der in zwei Dimensionen genau richtig ist – ein 3D-Film wird, nur weil jetzt alle Kinos das können, dann bin ich nicht unbedingt begeistert.

Kombiniert man 3D und 360˚-Darstellungen mit freier Wahl der Perspektive, dann heisst das „Virtuelle Realität“ und es wird behauptet, dass das das ganz große Ding werden würde. Ich hab es mir jetzt auch einmal angesehen und mein Fazit ist da nicht so überschwänglich.

Im Supermarkt habe ich gestern eine View Master von Mattel gefunden. Als alter Freund von He-Man und den Masters of the Universe und Kenner der View Master Apparate aus den 80ern, war ich natürlich positiv eingestellt und habe beim Preis von 34€ nicht gezuckt. Und man muss auch sagen, dass das Plastik-Ding mit den beiden Linsen gut verarbeitet ist. Ich glaube aber, dass der Preis noch fallen wird.

Es gibt reichlich kostenlose Demo-Programme und ein paar sehr günstige Spiele im App Store (View Master ist Google Cardboard kompatibel) und die Vorschau-Scheibe im Retro-Design, die dem View Master beiliegt, schaltet Demo-Level bei der ansonsten kostenpflichtigen Mattel-Software frei.

Rad

Eines der Mattel-Programme zeigt eigentlich nur eine Reihe von 360˚-Bildern. Wie bei Street-View kann man sich von Ort zu Ort bewegen. Das ist recht schön, aber zeigt natürlich nicht, was so eine Technik kann. Auch 360°-Videos sind da nicht viel anders, allerdings mit dem Nachteil, dass man sehr aufpassen muss, auch in die Richtung zu schauen, in der etwas passiert.

Bei den richtigen Spielen gilt: je mehr Action desto besser. Wenn man sich in Ruhe umsehen kann ist die Grafik meistens eine Zumutung. Das merkliche Fliegengitter, die plumpen Modelle, die einfachen Texturen und die fehlende Kantenglättung machen so manches Spiel zu einem zweifelhaften Genuss. Dabei kann es schon eine Menge Spaß machen, durch ein Labyrinth zu rennen, Achterbahn zu fahren, oder eine Weltraumschlacht zu spielen, aber die Haltung bleibt unbequem und man ermüdet vergleichsweise schnell.

Alles in Allem würde ich sagen, dass die Technik noch nicht ganz so weit ist. Es ist nicht genug um wirklich einen Mehrwert zu bieten. Als Partygag oder gelegentlicher Zeitvertreib mag es heute durchgehen, aber noch verpasst man nicht viel, wenn man die Mode einfach ignoriert.

UPDATE: Inzwischen verkauft der örtliche Supermarkt seine Restbestände des View Masters noch günstiger.


© Sven Mertens 2016