Apple Arcade für den Mac

Ich konnte es dann doch nicht lassen. Jetzt, wo auch die Mac-Spiele für Arcade erschienen sind, wollte ich doch einmal wissen, wie gut die so auf einem iMac 5k mit Competition Joysticks laufen. Mac-Spiele sind seltener als iPad-Spiele, also könnte Apple Arcade doch noch einen Mehrwert bieten.

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Das erste Problem: Anscheinend bekommt man keinen zweiten Probemonat, auch wenn man den ersten nach nur zwei Tagen gekündigt hat. Ärgerlich, aber meine Neugier ist mir 5€ wert.

Das zweite Problem folgt schnell. Weil ich Jenny LeClue ja bereits in der GOG-Version auf der Platte hatte, verschob ich das Binary kurzerhand in den User-Ordner und begann mit der Installation der Arcade-Version. Was mich gleich etwas stutzig machte war, dass ich in Launchpad jetzt keine zwei Icons sah. Oh my! Habe ich jetzt meine GOG-Version überschrieben? Ja, da hilft nur noch die Zeitmaschine (Time Machine Backup). Leider bietet auch die Arcade-Version keine Joystick-Steuerung. Beide Versionen scheinen mir identisch zu sein.

Außerdem habe ich natürlich auch einen Blick auf andere Spiele gewagt: Zuerst war da „Lifeslide“, ein Spiel, das mich an das legendäre Glider erinnerte. Hier funktioniert mein Joystick! Leider ist das technisch nicht berauschend. Es gibt Tearing-Artefakte, selbst wenn man die Auflösung reduziert. Außerdem zieht die Steuerung etwas nach, was bei einem Papierflieger aber vielleicht normal ist.

Dann probieren wir doch einmal das Spiel aus, das auf der Apple Arcade-Werbung immer als erstes zu sehen ist: „Sayonara Wild Hearts“. Für Erwachsene ist das Spiel eigentlich zu grell und simpel (und vielleicht etwas zu feministisch?). Es funktioniert auch nur mit der Tastatur, aber hier stimmt die Performance. Alles ist rasend schnell und es gibt keine Ruckler oder Artefakte, die das Auge stören. Weil es aber wirklich etwas zu wild ist, kann ich es trotzdem nicht empfehlen.


Arcade im Wohnzimmer

Spiele mieten? Ja, das kenne ich. Bei vielen Videotheken gab es in den ausgehenden 2000ern auch Spiele für einige Konsolen zum ausleihen. Das war natürlich günstig, um nur schnell mal reinzuschauen, aber teuer, wenn man ein Spiel wirklich durchspielen wollte. Aber wen interessiert das Bezahlmodell? Entscheidend ist erst einmal, ob die Spiele Geld und Zeit überhaupt Wert sind. Und genau da hatte ich bei Apples Abo Dienst Zweifel.

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Ich hatte nicht die Zeit, mir auch nur einen Bruchteil der vielleicht 100 Spiele anzusehen, die in den ersten Tagen des neuen Dienstes verfügbar sind. Was sollte man auswählen? Vieles ging im Ausschlussverfahren. (Frogger spiele ich z.B. lieber auf einem 8 Bitter.) Als erstes schnappte ich mir The Pinball Wizard

Der Song von The Who klingelt sofort in manchem Ohr, wenn man den Namen hört. In meinem Kopf spielt bei dem Titel stattdessen allerdings der 21st Century Common Man von Tangerine Dream; Dieser Track ist nämlich die Hintergrundmusik zum ebenfalls Pinball Wizard getauften Flipper-Spiels für den Amiga vom Billiglabel Kingsoft.

Bei dem neuen Spiel ist offenbar der Wizard selbst die Kugel im Flipper und man spielt sich Stockwerk für Stockwerk einen Turm empor. Das ist soweit ganz lustig und gut gemacht, aber dafür gebe ich nicht jeden Monat 5€ aus - ganz gewiss nicht! Spiele wie „Die verzauberte Welt“, Outlanders, Possessions… die ich kurz angespielt habe, sind da nicht anders.

Mein Lieblingsgenre sind ja Adventures. Also probierte ich es kurz mit Stranded Sails. Offenbar funktioniert es nach dem Zelda-Prinzip, aber ich langweile mich zu schnell und kämpfe mit der Steuerung. Danach dann ein Blick auf Tangle Tower. Das hat Potenzial, läuft aber irgendwie auch nicht richtig rund. 

Vielleicht sollte ich mir also doch nicht nur die „Exclusives“ ansehen. Da ist noch das bekannte Jenny LeClue (siehe Foto), das ich bisher auch noch nicht gespielt hatte und das es - dank Crowdfunding - sogar für Linux gibt. Einzeln kostet dieses Spiel unter 20€. Das ist so viel wie vier Monate Arcade. Für das Geld kann man es bei Good Old Games (GOG) eben beliebig oft spielen - zwar ohne DRM, aber leider muss man deren absurden GOG-Galaxy-Installer tief in das System lassen. Eine Vertrauensfrage und die doppelte Downloadzeit. Obendrein lässt sich GOG-Galaxy nur mit guten Systemkenntnissen wieder vollständig entfernen. Das Spiel läuft dann aber weiterhin.

Die Steuerung auf dem iPad ist aber auch hier - typisch für Handyspiele - langsam und unpräzise. Ob es sich auf dem Mac besser spielt, wenn „im Herbst“ die Mac Version von Arcade startet? Ich wage den Test schon heute mit der GOG-Version. Die Steuerung ist auf Gamecontroller ausgelegt, aber anscheinend funktioniert mein Joystick nicht. So muss ich dann alles mit W-, A-, S- und D-Taste steuern, wo doch eine Maus viel besser wäre. Die 20€ hätte ich mir sparen sollen.

Fazit: Bisher erkenne ich den Mehrwert von Apples Spiele-Abo als Kunde nicht. Als günstige Methode Spiele vor dem Kauf auszuprobieren taugt es aufgrund des kleinen Katalogs nicht und exklusive Titel scheinen nicht auf dem Niveau der heutigen PC-Spieleindustrie zu sein, sondern eher typische Mobil-Spiele, die ohnehin nicht viel Geld kosten und kaum Langzeitmotivation bieten.

Ich habe mein Probeabo nach zwei Tagen wieder gekündigt und bei GOG und Steam kaufe ich auch erst einmal so schnell kein Spiel mehr.

Big in Japan (das NES)

Auch ich habe in den 80ern nicht alles mitbekommen. Ich habe das erste mal richtig bewusst etwas von Nintendo gehört, als der Game Boy überall verkauft wurde. Über das NES wusste ich damals praktisch nichts. Es ist an der Zeit, die Wissenslücke zu schließen.

Zum Amüsement meiner Leser habe ich mich noch nicht schlau gelesen und beschreibe erst einmal meine Eindrücke. Mir ist bewusst, dass ich das Gerät als Emulation erlebe und insofern nicht alles original ist. Ich kann keine Module/Cartridges anpusten und schauen, ob die Klappe stabil genug für den Dauereinsatz ist, aber das schlichte Design habe ich zumindest ansatzweise vor Augen.

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Wenn ich mir die Spiele ansehe, so habe ich doch schon vieles gesehen: Eines der zehn ersten Computerspiele, die ich je gespielt habe, war Donkey Kong auf dem VC20. Die Version auf dem NES spielt sich beinahe identisch.

Ist die Grafik besser? Mein Eindruck ist, dass das NES PAL mit ca 320x240 Pixeln macht und ca. 32 Farben hat. Der Sound klingt nach einem einfachen Synthesizer mit zwei Stimmen und 3 Wellenformen. Es hat anscheinend keine Sprites sondern lediglich eine schnellere CPU mit vielleicht 2 MHz. Ein Blick in Wikipedia gibt mir die wirklichen Daten: 1,8 MHz für NTSC, allerdings nur ca. 1,6 MHz für PAL. Der Videochip nennt sich PPU und hat 64 Sprites und 48 Farben mit nur 256x240 Pixeln. 5 Stimmen mit 4 Wellenformen und HW-Sampling.

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Für 1983 sind das hervorragende technische Daten, aber die Spiele wirken nicht immer besser als auf dem älteren und wesentlich schlechter ausgestatteten (wenn auch deutlich teureren) C64. Insbesondere bei der Musik hat der C64 mit seinem SID-Chip und den komplexen Filterklängen eindeutig die Nase vorn. Startet man beispielsweise Gradius (=Nemesis) auf dem NES so sind die Sprite-Details vielleicht näher am original Automaten, aber der C64 peppt den sonst eher piependen Soundtrack so gut auf, dass alles - zusammen mit der etwas weniger bunten Grafik - sehr überzeugend wirkt.

Als altes Joystick-Kind kann ich wenig zu den stylisch-schlichten Controllern des NES sagen, aber sie wirken solide und haben kurze Schaltwege. Die Genres Action-Adventure und Rollenspiel kommen mir von der Steuerung her auf Konsolen im allgemeinen etwas merkwürdig vor. Immerhin hatte ich die Gelegenheit einmal Final Fantasy und Zelda auszuprobieren. Es ist gut nachvollziehbar, wie daraus Klassiker werden konnten. Dass Great Giana Sisters das ältere Super Mario Brothers nicht nur gut kopiert, sondern übertroffen hat, halte ich aber weiterhin für gültig. 

Drei Detektive und ein Zeitparadox

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Was aussieht wie ein Rebus-Rätsel ist eine kleine Kritik. Apple-Music behandelt Hörbücher genau wie Musik. Was oberflächlich logisch erscheinen mag, hat aber Nachteile wenn man an eine bestimme Stelle - etwa die zuletzt gehörte - springen will.

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Trotz dessen habe ich als Music-Abonnent die Rubrik der Hörbücher für mich entdeckt. Die Auswahl ist eher übersichtlich, aber man findet dort unter anderem das Hörbuch zu C. R. Rodenwalds „Die Welt der drei Fragezeichen“.

Ich habe in den frühen 80er Jahren einige Schallplatten der beliebten Serie gehört - teilweise so oft, dass ich sie mitsprechen konnte. Das ging bei uns in der Bücherei und kostete nichts. Superpapagei, Karpatenhund, Phantomsee, die flüsternde Mumie und die rätselhaften Bilder waren dort meine liebsten Platten (neben Otto Waalkes). Auch zuhause wollte ich auf den Krimispaß nicht verzichten. Dort war es das Gespensterschloß, der tanzende Teufel, die schwarze Katze, der grüne Geist, der unheimliche Drache und der Doppelgänger, die sich auf meinem Plattenteller drehten. Die Kasetten vom lachenden Schatten und der flammenden Spur hörte ich seltener und kann mich heute an die Handlung nicht mehr richtig erinnern.

Später las ich auch einmal das Buch zur flüsternden Mumie und war überrascht, wie groß der Unterschied zum Hörspiel war. Danach war mein kontakt zu neueren Geschichten aus Rocky Beach knapp und selten: Hier ein Film dort ein Hörspiel oder ein kurzes Interview mit Oliver Rohrbeck.

„Die Welt der drei Fragezeichen“ gab mir jetzt die Chance aufzuholen. Das umfassende Werk berichtet kurzerhand über alle bisher erschienenen Geschichten, nennt die Autoren und Verlage, Rechteinhaber und Sprecher. Es fasst nicht nur die Rechtsstreite zusammen sondern gibt auch einen guten Überblick über die Inhalte der Geschichten. Auch nach mehreren Hörstunden bin ich nicht am Ende des Buches angekommen, aber ich habe in der kurzen Zeit sehr viel erfahren, was zuvor an mir vorbeigegangen war. Unverständlicher Weise habe ich allerdings bisher noch nichts über die Musik von Carsten Bohn gehört. Ob dieses Thema absichtlich ausgespart wurde kann ich nicht sagen, aber der Schwerpunkt liegt oft auch eher auf den Büchern als dem Hörspiel.

Viele Hörspielfolgen lassen sich auf Music hören aber es gibt auch Vorankündigungen für Hörbücher: B. Pastewka liest offenbar beispielsweise Die drei ??? und der grüne Geist.

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Noch bevor der Amiga 500 in die Läden kam, gab es bereits eine Softwareemulation, mit der man IBM-PC-Programme auf dem Amiga laufen lassen konnte.

Heute ist es mit UAE ja genau anders herum, aber damals war der Amiga das leistungsstärkere System, das den wesentlich teueren PC in die Tasche stecken konnte.

Ich hatte schon lange einmal vor, einen umfassenden Text darüber zu schreiben. Aber mir ist jemand zuvorgekommen: In der aktuellen Ausgabe des LOAD-Magazins (5) gibt es auf Seite 32 einen schönen Artikel dazu.

Volksverschlüsselung? - Eher nicht!

So weit so gut. Ich habe in der Vergangenheit X.509 verschlüsselte E-Mails benutzt, um gelegentlich Daten an meinen Firmenrechner und zurück zu übertragen. Damals war das mit ein paar Handgriffen erledigt, aber das ist schon eine Weile her und inzwischen haben sich die meisten Anbieter von kostenlosen Zertifikaten aus dem Staub gemacht.

Das Frauenhofer Institut ist bei uns Nerds ja beliebt, weil es uns MP3 geschenkt hat. Da freut es natürlich, dass man sich dort auf die Fahnen geschrieben hat, Verschlüsselung für jedermann anzubieten. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt.

Zunächst einmal braucht man Windows. Nun gut, das bekomme ich hin, immerhin kann man sich das Schlüsselmaterial ja in Mac und iOS tauglichem Format exportieren. Dann die nächste Hürde: E-Perso mit Online-Funktion? Hab ich nicht, aber über mein Web-Kennwort der Telekom kann ich mich immerhin auch anmelden - aber auch nur weil ich Festnetz-Kunde bin.

OK, innerhalb von einer Stunde konnte ich also vom Mac aus eine signierte Mail verschicken. Aber zu früh gefreut. Verschlüsseln wollte nicht klappen - weder in die eine noch in die andere Richtung. OK, schön der Reihe nach. Eigentlich sollte es reichen eine signierte E-Mail zu erhalten, um dem Sender verschlüsselt antworten zu können, aber hier konnte ich wirklich nur die Identität prüfen. Der Export der Schlüssel aus dem Windows-Programm kann in vielen Formaten erfolgen, aber jeder der Schlüssel scheint privat zu sein. Einen eindeutigen Public-Key findet man ebensowenig, wie die Root-CA-Datei. Letztere kann man aber immerhin hier finden.

Für keinen der Schritte, die es braucht, um wirklich zu verschlüsseln, gibt es bei Volksverschlüsselung eine Anleitung. Die Installation der Zertifikate in Windows-Programme auf dem gleichen Rechner erfolgt vollautomatisch. Das konnte ich nicht testen, es wird aber auch keine Verschlüsselung ermöglichen, weil es hier immer nur um den eigenen Schlüssel und nie um den des Gesprächspartners geht.

Für alle Teilnehmer der Volksverschlüsselung gibt es aber einen LDAP-Server, über den der öffentliche Schlüssel bezogen werden kann. Allerdings ist für das Eintragen das Einverständnis des Besitzers erforderlich. Ich habe dafür aber keine Möglichkeit gefunden. Abgesehen davon scheint LDAP nicht gerade volkstauglich zu sein. Es braucht erst einmal eine LDAP-Client-Software. Kommandozeilen-Tools für diesen Zweck lassen sich nicht auf einer DinA4-Seite hinreichend gut beschreiben und erfordern also etwas Einarbeitung.

Immerhin: Eine verschlüsselte E-Mail sendet Volksverschlüsselung sofort an den Nutzer und diese konnte ich auch sofort lesen. Aber irgendwie habe ich nicht den Eindruck, dass man mit dieser Fassung der Software die Massen erreichen wird.

Ein gutes Omen

Gestern haben wir die Serie „Good Omens“ gesehen. Das Buch hatte ich vor vielen Jahren während meines Studiums gelesen. Vieles habe ich vergessen, trotzdem hatte ich die Befürchtung, dass die Serie mit meiner eigenen Vorstellung in Konflikt geraten könnte. Michael Sheen mochte ich in seiner Rolle als Zuse in „Tron Legacy“ nicht besonders und in den ersten Sekunden von Good Omens fand ich die Erzählstimme (des hier weiblichen Gottes) doch zu sehr als einen Mix aus Galadriel und dem Reiseführer aus „Per Anhalter durch die Galaxis“.

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Aber meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Die Serie hat genau den leichten Tonfall, den es braucht, um dieses Material umzusetzen. Tennant und Sheen spielen nur wenig überzeichnet und die Spezialeffekte lenken - obwohl sie nicht besonders gut sind - nicht zu sehr vom Geschehen ab. Mit steckenweise recht stimmungsvoller Musik und einer gehörigen Portion Humor kann man die Serie durchaus als gelungen bezeichnen.

Die Illustrationen, die ich hier verwende, sind von einer DVD mit lizenzfreien Bildern (IMSI), die ich zu solchen Zwecken vor ca. 15 Jahren erworben habe. Das Gemälde ist von Peter Paul Rubens und stellt die vier Evangelisten (und ihre Wappenzeichen) dar. Die Vogelfigur mit dem Frauenkopf ist als WMF-Vektorbild abgelegt. Ich habe diese Datei mit GraphicConverter 10 in das PNG-Format gewandelt.

Wir haben die Wahl(-Taste)

„Was ist den dieses »Alt« eigentlich?“, fragt jemand im Schleifenquadrat Podcast 24. Was so vielversprechend beginnt, wird leider trotz des hochqualifizierten Personals enttäuschend fortgesetzt: „Die Modifier-Taste, die alternative Belegungen anderer Tasten aktiviert.“ Jetzt sprichst Du wie ein Computer. Das ist richtig, aber der Frager meinte etwas anderes.

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„Wie heißt die denn auf dem aktuellen MacBook?“, hakt der Eine nach. „Option! [ˈɑpʃən]“, geht es dem Anderen auf. Soweit so gut, aber dann wird es missverständlich: „Früher, auf den guten Tastaturen, hieß die »Alt«.“

Tatsächlich bedruckte Apple zumindest auf deutschen Tastaturen - für eine Zeitspanne von geschätzt 5 Jahren - die Wahltaste zusätzlich zum „Badewannen-Symbol“ (⌥) mit dem Schriftzug „alt“ in Kleinbuchstaben. Aber diese Taste wird im Deutschen konsequent eben als die Wahltaste bezeichnet und die Badewanne ist in Wirklichkeit eine Weiche. (Ebenso wie das Schleifenquadrat () aus dem Podcast-Titel auf der Befehlstaste kein Propeller, sondern ein Zeichen für eine Sehenswürdigkeit ist).

Das Problem ist auf deutschen Tastaturen zweifach. Einerseits liegt die Wahltaste nicht direkt neben der Leertaste, wie Alt beim PC. Andererseits gibt es nicht unbedingt immer zwei davon und keine ist wirklich Alt Gr. Während unter Windows die linke Alttaste eigentlich überflüssig ist, braucht man die rechte andauernd. Nutzt man am Mac die Wahltaste für diese Zeichen, so liegen die meisten aber an anderer Stelle: Das @ ist auf dem L statt Q und auch bei den Klammerpaaren ({ } und []) kommt man mit den PC-Griffen auf dem deutschen Mac nicht weiter.

Der langjährige Leser meines Blogs weiß aber nicht nur, dass es diese Probleme mit US-Tastaturen nicht gibt, sondern dass ich bereits das PC-Layout für den Mac einstellbar gemacht habe.

And now my watch has ended

Jetzt ist es soweit: Neun Jahre lang haben wir die Fernsehserie Game of Thrones verfolgt und zwölf Jahre The Big Bang Theory gesehen. In dieser Woche haben wir jeweils die letzte aller Folgen auf unserem Bildschirm gehabt - keine einzige haben wir verpasst. Und keine andere Serie wird den Platz dieser beiden bei uns einnehmen.

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Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein: BBT erzählt über Akademiker, die nie so richtig erwachsen werden. Es ist eine humorvolle Serie, die im Hier und Jetzt spielt. In BBT haben viele Stars als Gastrolle bekommen, in der sie sich selbst spielen: Carrie Fisher, Summer Glau, Sarah Michelle Gellar, Adam West, Wil Wheaton, Mark Hamill, Nathan Fillion, William Shatner, Steve Wozniak, James Earl Jones und sogar Steven Hawking hatten einen Auftritt. 

GOT dagegen spielt in einer phantastischen Welt des Mittelalters, in der Drachen ebenso beheimatet sind, wie Unsterbliche und Riesen. Obwohl das „Lied von Eis und Feuer“ (wie die Bücher auf denen die Serie basiert betitelt sind) scheinbar kürzer war, ist die Lücke, die es hinterlässt, größer als die der geistreichen Sitcom.

Daeneris und Khaleesi sind heute fast normale Mädchennamen und mit den Helden der Geschichte sind auch ihre Darsteller zu Superstars geworden. Game of Thrones hat Maßstäbe gesetzt, was Produktion und Kunstfertigkeit angeht. Aber für die Zuschauer ging es in erster Linie nicht um die brillanten Aufnahmen, sauberen Trickeffekte, herausragenden Stunts und die meisterhafte Filmmusik: Wir haben mit Tyrion von der Mauer geschaut, mit Jon die Wildlinge kennengelernt, mit Brienne Winterfell zurückerobert und mit Hodor die Tür aufgehalten. Nun ist die Geschichte vorbei und wir fühlen uns plötzlich allein mit uns selbst und unseren Gedanken.

Die Miya-Tastatur

In einer bekannten Show von Otto Waalkes interpretierte der Humorist damals aktuelle Pop-Songs mit dem Text von „Hänsel und Gretel“. Nach einigen Stücken ergab sich der Eindruck, dass die Show nun zu Ende sei, aber Waalkes unterbrach den Applaus durch lautes Rufen: „Einen hab ich noch! Einen hab ich noch!

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Getreu diesem Motto habe ich bei Case King eine Ducky Varmilo Miya gekauft. Entsprechend meiner derzeitigen Vorliebe sind es lineare, schwarze Cherry-Schalter, die in dem Panda-Look-Produkt zum Einsatz kommen. Diese Schalter sind leise, wenn man sie nicht bis zum Ende durchdrückt, aber dann macht es auch nicht so viel Spaß. Die vergleichsweise schwergängigen Tasten mit dem vollen Hub wollen geradezu gehämmert werden - ganz so, als hätte man eine mechanische Schreibmaschine.

Die Miya ist etwas breiter als die Poker, weil sie auch einen Cursor-Block, Insert, Delete sowie Page Up und Page Down beherbergt. Fröhliche Ersatztasten eine Luxus Mausmatte und ein plüschiger Panda trösten den Käufer über den eher hohen Preis hinweg. Das Ganze ist liebevoll verpackt und man gewinnt den Eindruck, sich etwas Gutes gegönnt zu haben.

In der Gamer-Welt werden Tasten auch mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, wenn die Tastenkappe undurchsichtig ist. Das habe ich nie ganz verstanden, aber es hat auch irgendwie etwas und lässt sich natürlich auch abschalten.

Ebenso wie bei der Lofree-Maus, die ich vor drei Wochen besprochen habe, handelt sich es um ein selbstbewusst chinesisches Produkt, das den Vergleich mit anderen namenhaften Herstellern nicht zu scheuen braucht. Allerdings habe ich Probleme, nachdem mein Mac in den Ruhestand versetzt wurde. Beim Aufwachen bleibt die Tastatur zunächst ohne Reaktion. Das Problem tritt aber anscheinend nur auf, wenn man die Tastatur selbst zum Aufwecken des Mac benutzt und hat eventuell auch etwas mit meinen anderen Einstellungen zu tun.


© Sven Mertens 2019