Mal eben schnell einen Comic machen

Als Demokratisierung der Druckerpresse, so wurde Desktop-Publishing damals gefeiert. Und so naheliegend wie es erscheinen mag, so wenig fand die Idee Beachtung, das gleiche für Comics zu tun. Dabei gibt es genau ein kommerziell erfolgreiches Vorbild: Comic Setter

Sollte der geneigte Leser andere Programme kennen, mit denen man ähnlich arbeiten kann, so möge er mich bitte informieren. Wie aber arbeitet man mit Comic Setter? Ich möchte etwas weiter ausholen.

IMG 0424

Die gängige Vorstellung vom Comiczeichner ist, dass er sich einfach ein Blatt Papier nimmt, einen guten Stift und das komplette Werk in ein paar Minuten aus der freien Hand malt. Vielleicht gesteht man dem Zeichner noch zu, dass er vorher eine Bleistiftskizze macht und erst später mit Tusche nachzeichnet. Am Ende wird dann bei Bedarf noch mit Copic Stiften Koloriert. Alles Handarbeit und ohne große Vorbereitungen.

IMG 2128

Und tatsächlich werden einige kleinere Comics beinahe so gemacht und Comiczeichner beginnen ihre Karriere gelegentlich mit einer solchen Methode, die viel vom Zeichner verlangt dann nicht immer die besten Ergebnisse liefert. Wenn dann die Frage aufkommt, wie man den Prozess mit dem Computer vereinfachen kann, dann endet die Vorstellungskraft meist mit einem Set-Up, wie es Scott Adams für seine Dilbert Comics verwendet: Es wird einfach ein großes Grafik-Tablet (Wacom) mit integriertem Bildschirm und Photoshop benutzt - Fertig!

Selbstverständlich erleichtert Photoshop es, Varianten zu erstellen und falsch gesetzte Striche zu korrigieren. Aber ist das wirklich alles, was man tun kann? Und fehlt uns nicht ein wichtiger Aufgabenteil, wenn wir nur vom Comic-Zeichner reden? Immerhin müssen die Geschichten oder Gags erdacht, entwickelt und geschrieben werden. Wenn es eine Serie wird, dann ist Charackter-Design im Spiel und ohne Referenzmaterial und Hilfslinien kommt auch der Zeichner nicht weit.

Es steckt also mehr dahinter, wenn man ein gewisses Niveau erreichen will. Aber schauen wir uns doch einmal ein paar erfolgreiche Comics aus dem Netz an. Xkcd, Erzählmirnix und andere haben ihre Optik so weit reduziert, dass man beinahe nicht mehr von Zeichnungen sprechen kann. Ist das schön? Muss das so sein? Was sagt es über eine Kultur aus, wenn nur noch das Nötigste gezeigt wird?

Ich denke, dass viele dieser reduzierten Comics tatsächlich besser aussehen könnten, ohne dass ihr Inhalt darunter leiden würde. Es ist nur so, dass die Macher beispielsweise keine Zeit haben, jeden Hintergrund in einem Panel vorher aufwendig zu skizzieren und am Ende ins Reine zu zeichnen.

firstComic

Deshalb bin ich vom Prinzip bei Comic Setter überzeugt. Dort wird eine Bibliothek von Hintergründen und Charakteren mitgeliefert, die leicht und schnell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können, Beispielsweise gibt es verschiedene Haltungen für Arme und Beine, die dann mit einem Handgriff an die Figur angelegt werden können. Ein eingebautes Zeichenprogramm verfeinert die Bausteine, aus denen der Comic zusammengesetzt wird. Wer Zeit und Muße hat, kann seine eigenen Bausteine erzeugen und so seine ganz eigene Welt erschaffen, ohne bei jedem Panel wieder von Null anzufangen.

Natürlich steht und fällt ein solcher Ansatz mit der Verfügbarkeit von wirklich guten Zeichnungen, bei denen nicht die Lizenzmodelle verhindern, dass die Ergebnisse nach Belieben veröffentlicht oder verkauft werden. Leider scheint sich der Markt der Comic Programme aber nicht so sehr an Menschen mit wenig Zeit zu richten. Allerdings habe ich auch keinen genauen Überblick. Ich hätte eben gerne etwas, dass genau so ist wie Comic Setter, aber eben mehr auf dem technischen Stand der 80er, sondern moderne Software. Dann gäbe es hier im Blog bestimmt das eine oder andere Comic von mir.


Mechanische Schreibmaschine

Es ist nicht üblich, von einer „Sammlung“ zu sprechen, wenn die Anzahl der gesammelten Objekte genau eins ist. Bisher habe ich Tastaturen gesammelt, aber es waren stets Computer-Tastaturen. Nun habe ich meine erste eigene Schreibmaschine. Ein wirklich schönes Exemplar, wie ich finde. Sie hat vielleicht nich das erlesene Design einer Olivetti, aber sie strahlt eine beinahe jugendliche Frische aus, die einen nicht an verstaubte Schreibstuben denken lässt, sondern an sonnige Tage in den 70ern.

IMG 2981

Ich habe als Kind öfter mal auf einer vergleichbaren Maschine geschrieben, aber damals noch nicht im 10-Finger-System. Natürlich ist einem sofort bewusst, dass der unterschiedliche Andruck beim Schreiben ein unruhiges Bild ergeben kann, wenn man keine Elektrische hat. Insbesondere meine kleinen Finger sind durch den regelmäßigen Computergebrauch sehr verweichlicht, und damit das nicht zu sehr auffällt, angefangen stattdessen vorerst den Ringfinger zu nehmen.

Zu meiner Überraschung finde ich mit meinen Suchmaschinen kaum Informationen über die TA-Junior. Aus Wikipedia kann man folgern, dass das Modell vor allem in den 60ern verkauft wurde. Wer richtig gute Webseiten über solche und ähnliche  Schreibmaschinen kennt, der möge mir bitte eine Nachricht senden.


Oh Captain, mein Captain

Es sah für mich nach einem Zufall aus. Als ich bei GetDigital die Seife bestellte, deren Umschlagpapier in freundlichen großen Buchstaben die Aufforderung „Make it Soap“ neben dem Konterfei von Patrick Steward trägt, wusste ich nicht, dass die Veröffentlichung der neuen Amazon Serie mit dem Titel „Star Trek: Picard“ unmittelbar bevorstand. Gestern konnte ich mir aber - mit nach Earl Grey (bzw. Bergamotte) riechenden Händen - die erste Episode in netter Gesellschaft ansehen.

OriginalPhoto-601628545.454576

Ist das noch Star Trek?

Ich habe recht viel gesehen: fast alle Folgen der ersten Serie mit Nimoy und Shatner, die meisten Kinofilme und wohl über hundert Stunden aus TNG, Voyager, DSN und Enterprise. Trotzdem habe ich mich nie als Trekkie gesehen, oder besondere Begeisterung (oder gar Enttäuschung) empfunden, wenn mal wieder etwas Neues aus der von E. W. Roddenberry erdachten Welt auftauchte.

Tatsächlich mochte ich „Star Trek: The Next Generation“ damals zuerst nicht besonders und brauchte auch eine Weile, um mich an den eher ruhigen Mann mit dem guten Geschmack bei Heißgetränken zu gewöhnen. Aber wenn ich heute Stewart auf dem Bildschirm in seiner alten Rolle sehe, dann ist es, als träfe man einen alten Bekannten. 

Es gibt Szenen, in denen er wirkt, wie McKellen in seiner Rolle als alternder Sherlock Holmes, wenn er auf seinem Weingut aus dem Fenster schaut. Das Idyll trügt! Vielleicht ist „Star Trek: Picard“ verstörender, als die Serien der Vergangenheit, in denen man sich darauf verlassen konnte, dass am Ende der Episode die Bedrohungen abgewendet waren und die Reise des Sternenschiffs weitergehen konnte. 

Ich bin ganz allgemein nicht besonders begeistert von der Art, wie in den letzten zwanzig Jahren vermehrt Geschichten in Film und Fernsehen erzählt werden. „Picard“ folgt auffällig diesem Muster, bei dem eine überraschende Wendung oft wichtiger zu sein scheint, als innere Konsistenz oder Erzähltiefe. Im Gegensatz zur Prequel-Serie zum Jim Henson Meilenstein „Der dunkle Kristall“, bei der ich über den Terror, den die Macher in die ehemals Kindliche Welt  eingeführt haben, einfach nicht hinweg komme, bin ich bei „Picard“ demgegenüber aber weitaus toleranter. Einerseits sind es schon immer erwachsenere Themen gewesen, mit denen sich Serien und Filme beschäftigten, andererseits verzichtet die erste Episode zumindest auf beklemmende, aussichtslose Bilder und lässt den bekannten Figuren ihre Würde.

Tatsächlich finde ich die neue Serie sogar als angenehm und abwechslungsreich. Ich würde durchaus noch die eine oder andere Episode schauen wollen. Gerne hätte ich allerdings R. W. Wheaton in seiner Rolle als Wesley Crusher mit einem neuen Auftritt gesehen. Er wäre sicher eine Bereicherung gewesen. Insbesondere wenn man ihn zunächst als einen Gegenspieler auf Seite der Sternenflotte eingeführt hätte, der dann später erneut zum Schulterschluss mit seinem alten Captain kommt.

Desktop-Umgebungen für Linux

"2020 ist das Jahr an dem Linux die Desktop-Computer erobert."  In dieser Art wird der Traum der Linux-Gemeinde jedes Jahr wieder zum Ausdruck gebracht. Seit 1996 scheint es denkbar, aber doch fehlte es bislang immer an der einen oder anderen Ecke. In den letzten 10 Jahren waren diese Lücken aber unerheblich klein geworden.

IMG 2928

Ich habe im vergangenen Jahr gelegentlich die Linux Distribution Manjaro in einer virtuellen Maschine laufen lassen und hatte nach einer Weile festgestellt, dass mir die Anpassungen am Desktop, die Manjaro macht, nicht alle gefallen haben. Also habe ich zunächst versucht einen Gnome-Desktop einzustellen, wie er von den Gnome-Machern gedacht war. Mir ging dabei auf, dass ich gar keinen Überblick über die GUIs der aktuellen Linuxe habe und ich habe beschlossen, die gängigsten einmal zu probieren und nach meinen persönlichen Vorlieben zu bewerten. Der vorliegende Text ist das Ergebnis.

Bei den Versuchen zeigte sich, dass der zum Test bestimmte PC USB-Tastaturen beim Booten ignoriert (wenn man die Ports an der Frontseite verwendet) und das DVD-Laufwerk sich nach dem Benutzen von Linux nicht öffnen lässt, dafür aber beim Hochlauf automatisch schließt. Das macht den Wechsel der Linux Boot-DVD unnötig kompliziert. Für diesen Test habe ich keinen HDPI-Monitor benutzt und die Bildschirmfotos sind teilweise mit einer Kamera gemacht worden. Beides geschah aus Bequemlichkeit. Aber meine Erfahrungen mit hohen Auflösungen sind außerhalb von Mac OS auch eher abschreckend gewesen.

Auswahl der Distribution

Für die Distribution habe ich Arya-Linux gewählt, weil ich annahm, dass es kaum eigene Anpassungen am Desktop vorgenommen hat. In diesem Punkt habe ich mich offenbar geirrt. Letztere Erkenntnis kam leider zu spät. Arya orientiert sich an LFS (Linux from Scratch), eine Distribution, die auf Quelltexten statt Binärpaketen basiert. Das merkt man dem heruntergeladenen Arya-Image nicht mehr an. Ubuntu und Mint habe ich zusätzlich angesehen, weil diese Distributionen den GNOME-Desktop geforkt (Cinnamon in Mint) bzw. so stark angepasst (Ubuntu) haben, dass man jeweils von einer eigenen Desktop-Umgebung sprechen kann.

Irritierend fand ich bei der Benutzung dann, dass praktisch durchgängig beim doppelklick auf eine Textdatei mit der Extension ".txt" und sogar bei ".org" ausgerechnet Libre Office gestartet wurde und bei Arya-Linux und Ubuntu der Emacs-Editor fehlt.

Nirgends konnte man den Spaltenmodus (wie im Finder) einstellen und die Option, Menüleiste und Fenstertitel im Mac-Stil aufzubauen, kontextfreie Popup-Menüs oder eine Shelf (wie z.B. bei NeXTSTEP) sind auch nicht zu finden, obwohl in den 90ern durchaus einige GUIs mit derartigen Features glänzen konnten. Die getesteten GUIs waren sich (nach den Maßstäben der Vergangenheit) recht ähnlich. Dies erleichtert den Umstieg, macht aber die Rechtfertigung für eine Koexistenz schwieriger. Dennoch kann man bei der Benutzung Unterschiede Feststellen, die im Folgenden beschrieben werden.

The K Desktop Environment (KDE)

KDE3

KDE hat einen direkten Klon des Taskbars von Windows

Ein erster Blick auf den Bildschirm von KDE lässt heute zuerst an Windows 10 denken: Da ist eine Taskbar mit Start-Knopf, Tray-Symbole und Fenster ohne Rahmen und mit einer eckigen, langweiligen Titelzeile.  Minimieren, maximieren, schließen - so kennt man das. 

Der Dateimanager heißt Dolphin und hat - wie heute unter Windows auch - kein Menüband mehr. Dafür unterstützt er es, ähnlich wie im Norton Commander, zwei Verzeichnisse nebeneinander im gleichen Fenster darzustellen. Eine Baumdarstellung hat er, aber nicht wie bei Windows. Dort wird nur in der Seitenleiste navigiert, während Dolphin die kombinierte Baum-/Listenansicht (wie beim Mac) als Alternative zur Icon-Ansicht anbietet. 

Schön ist, dass man einstellen kann, auf welcher Seite des Desktops Symbole zuerst abgelegt werden. Die KDE-Entwickler sind sich aber offenbar nicht einig, was die Sichtbarkeit von Funktionen angeht. Während man eine Schaltfläche auf dem Desktop platziert hat, die nur die Funktion hat das Kontext-Menü zu öffnen, ist der Wechsel der virtuellen Desktops erstmal nur durch das Kippen des Mausrades erreichbar.

XFCE

XFCE

XFCE enthält nur das Nötigste

XFCE hat bei AryaLinux ein Dock, das zunächst an den Mac erinnert, aber man kann diesem anscheinend nicht ohne Weiteres eigene Programme und Dateien mit Drag & Drop hinzufügen. Damit haben merkwürdiger Weise praktisch alle Umgebungen ein Problem. Bei keiner habe ich es geschafft das GUI-Programm XEyes ins Dock oder das Startmenü zu schieben. Von reinen Terminal-Programmen ganz zu schweigen. Aber letzteres kann der Mac, aus mir unbekannten Gründen, auch nicht.

Die Möglichkeiten, sich XFCE an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, scheinen begrenzt. Auch die Suchfunktion hält nicht mit der von modernen Desktops mit. Virtuelle Desktops werden prominent in der oberen Leiste angezeigt.

Mit dem Dateimanager Thunar kann man Dateien und Verknüpfungen in gewohnter Weise auf dem Schreibtisch ablegen. Wie bei KDE auf Wunsch auch auf der anderen Seite. Thunar unterstützt auch die Baumnavigation, wie man sie von Windows kennt.

Mate Desktop

Mate

Nichts für Anfänger: Der Mate Desktop

Mate ist aus einem Fork von Gnome 2 entstanden und sieht ein bisschen so aus, als hätte man KDE und XFCE gleichzeitig gestartet. Einstellungen macht man in einem Control Center und in den Preferences. Für die eine Sache hier für die andere dort. Schon beim Ändern des Passwortes und Verbinden mit dem WLAN scheiterten meine ersten Versuche.

Die Suche scheint gänzlich zu fehlen, dafür kann man aber Einstelldialoge mit zwei Buttons schließen und in jedem Fall die Änderungen übernehmen. Der Dateimanager, der auf den schönen Namen Caja getauft wurde, hat wie KDE eine Baum-/Listenansicht in der Auswahl

Gnome 3

GNOME wirkt modern … aber ungeschliffen

Letztendlich habe ich dann noch bemerkt, dass AryaLinux die Gnome-Shell nicht im Originalzustand ausliefert. Fast Jeder User benutzt ein Programm namens Tweak um seine eigenen Vorlieben einstellen zu können. Dadurch konnte ich die Schaltfläche zum schließen von Fenstern dann auch problemlos an die linke Seite bringen. Schön ist es auch, wie leicht sich die Symbole von Dateien und Verzeichnissen ändern lassen.  Weniger berauschend ist die Abhängigkeit von der (ausblendbaren) Seitenleiste ohne die man nicht einmal eine Ebene nach oben springen kann. 

Dateien, Ordner oder auch nur den Mülleimer auf dem Schreibtisch abzulegen unterstützt Gnome 3 von Haus aus nicht mehr. Das mag ordentlicher aussehen, ist aber im Ernstfall keine Arbeitserleichterung.

Beim Fenstermanagement punktet die Gnome-Shell mit einer guten Mission-Control-Darstellung, die sich über eine Mausgeste in der linken oberen Ecke aktivieren lässt. In dieser Darstellung gibt es dann auch ein Dock mit einem LaunchPad ähnlichem Button. Dieses Dock ist bei Ubuntu dauerhaft eingeblendet.

Als Text-Editor kommt der bekannte Gedit zum Einsatz - eine solide Wahl.

Ubuntu

Ubuntu

Ubuntu hat sich GNOME zurechtgebogen

Als die am weitesten verbreitete Distribution bei Einsteigern, muss ich Ubuntu einen Blick schenken. Vieles was ich über Gnome gesagt habe, stimmt auch hier. Allerdings ist nicht so viel einstellbar und der Charme der Distribution ist eher die Auswahl der mit gelieferten Programme und dem halbwegs gut bedienbaren Paketmanager.

Ubuntu hat zwar Icons auf dem Desktop, aber deren Behandlung ist wirklich verwirrend und kompliziert, so dass man sie besser nicht groß beachtet.

Cinnamon

Cinnamon

Leistungsstark: Cinnamon bei Mint


Auch Cinnamon hat sich bei Gnome 3 bedient, um die Umgebung zu erstellen, aber hier hat man sich viel weiter vom Original entfernt als bei Ubuntu. Nemo - Der Dateimanager - unterstützt das Nebeneinander von zwei Ordneransichten  (ebenso wie Dolphin unter KDE). Anstatt der Favoriten, die es bei Gnome gibt, hat man hier ein Bookmarks Menü, das aber keine Dateien, sondern nur Verzeichnisse aufnehmen kann. 

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Mit Drag & Drop tut sich Cinnamon aber auch schwer. Programme einfach in die untere Leiste zeihen? Nicht möglich. Konsolenprogramme aus Nemo starten - keine chance.

Fazit

Der Anschein der Vielfalt bei Desktop-Umgebungen im Linux Umfeld trügt. Die drei Hauptlinien KDE, Gnome und XFCE unterscheiden sich eher in Details. Keine der Umgebungen setzt grundlegend andere Konzepte ein. Auch optisch ist nichts von der alten Aufbruchstimmung der ausgehenden 90er mehr zu sehen. Damals brachte der Exot Enlightenment die wildesten Fenster-Dekorationen, Window-Maker war ein ausgewachsener Klon des NeXT-Fenstermanagers und mit dem MLVWM, FVWM95 und AmiWM konnten Umsteiger der jeweiligen anderen Betriebssysteme sich wie zuhause fühlen. Auch den Ansatz des Common Desktop Environment, dass zusätzlich zum einheitlichen Desktop auch einen Satz gängiger mini-Anwendungen vereinheitlichen wollte wird nicht mehr verfolgt. Viele gute Ideen sind in Vermessenheit geraten und fristen heute ein Nischendasein. Einige davon werde ich vielleicht einmal auf Bitnacht vorstellen.

Maus & Keyboard von Roccat: Keine Mac-Software

Wäre das nicht schade? Für einen Tastatursammler wie mich sollte die Welt der RGB-Beleuchtung eine fremde bleiben? Das ging ja nicht. Also her mit dem Spielzeug. Es stimmt aber: Roccat hat offenbar im Gegensatz zu Corsair gar keine Lust, die Mac-Gemeinde zu unterstützen.

IMG 2906

Trotzdem habe ich in den letzten drei Tagen den Eindruck bekommen, dass deren Hardware durchaus brauchbar ist. Eigentlich hatte ich mir Roccat vor allem wegen der Maus „Kone Aimo“ angesehen, die sehr groß ist, dank der Daumenmulde auch sehr gut in der Hand liegt und eine schön flüssige Mausbewegung liefert.

Leider kann man aber bei Roccat die Farben und Blinkmuster nur unter Windows einstellen. Ich habe es auch nicht hinbekommen die Profile umschaltbar in der Tastatur zu speichern. Auf dem Mac wird einiges einfach zurückgestellt. Roccat behauptet „alle relevanten“ Plattformen für Spiele zu unterstützen. Anscheinend hat ihnen noch niemand vom kommenden Gaming-Mac berichtet 😉.

Nun schreibt es sich auf der Vulcan, wie das Unternehmen das Leuchtbrett nennt, ziemlich angenehm. Sie sind Taktil ohne Klick. Hier ist der Auslösepunkt das kleine Bisschen früher als z.B. bei braunen Cherry-Schaltern und der allgemeine Hub ist  noch immer hoch genug. Keine schlechte Kombination. Was mir nicht gefällt ist das man auch hier wieder die zweite Windows-Taste einer Funktionstaste geopfert hat. Dadurch fehlt bei der Amiga-Emulation die Open-Amiga und bei klassischer Belegung auf dem Mac die zweite Befehlstaste.

Außerdem ist diese Tastatur - wie viele andere - vom Catalina-Fehler betroffen, der die Tasten für <, > und ^,° vertauscht.


Auf ein Neues!

Bitnacht wünscht allen Lesern einen guten Rutsch und alles Gute für 2020!

IMG 0830

HAPPY 2020!


Emulator Hardware „The C64“

Heute gibt es mal ein kleines Video über „The C64“. Einen beinahe echten C64, der derzeit seinen Weg in die Geschäfte findet. 

Mein Exemplar kam am 23. Dezember. Also ist das in gewisser Weise mein Weihnachtsvideo. 

Frohes Fest!

Bitnacht wünscht allen Lesern gesegnete Weihnachten.


Skywalker Opus 9

Außer „Rogue One“ habe ich jeden Star-Wars-Film im Kino gesehen. Viele davon sogar mehrfach. Mit „The Rise of Skywalker“ kenne ich nun vermutlich alle Kinofilme, die es jemals geben wird.

OriginalPhoto-598693502.259894

Die Marketing-Maschine läuft auf Hochtouren. Während wir im Cinemaxx, mit einer Riesentüte Popcorn, die die Beschriftung „klein“ trägt und einem riesigen Becher, der wegen der extremen Schaumbildung nur ein kleines Glas Apfelschorle enthält (beides Zusammen für einen Preis über 9€ gekauft), auf die Originalfassung warten, flimmert uns nicht nur die übliche Kinowerbung entgegen. Zahlreiche Spots enthalten Lichtschwert-Duelle und das Star-Wars-Logo um Supermarkt-Artikel und Telespiele anzupreisen.

Endlich geht das Licht ganz aus und der opening Crawl rollt in die Weite des Weltraums. John Williams, der diesmal auch ein Cameo gibt, hat wieder die Emotion zum Sternenkrieg geliefert - wie immer in Großbuchstaben. Und schon sehen wir Adam Driver auf Schatzsuche. 

Doch genug „gespoilert“. Nach unserem Empfinden ist der Film ganz stimmig und ein halbwegs würdiger Abschluss der Serie. Stimmen, die ihn in hohen Tönen loben, bleiben uns aber ebenso unverständlich, wie die, die den Film rundheraus ablehnen. Dass Episode 8 klar schlechter wäre als 7 und 9, erscheint eher eine Geschmacks- als eine Tatsache zu sein.

Wir bekommen ein weiteres Mal interessante Schauplätze und die Darsteller, die wir schätzen gelernt haben und ihr Handwerk verstehen. Die Kameraführung und der Schnitt fühlten sich für mich frisch an, waren aber frei von Experimenten und ohne das berüchtigte „Handkamera-Gefühl“. Die Handlung ist leider teilweise nicht richtig rund und mir wäre es deutlich lieber gewesen, dass man darauf verzichtet hätte Schauspieler digital zu verjüngen und Archivmaterial so stark zu verändern. Ich bin es noch gewohnt, dass man gegebenenfalls auch mal einen anderen Darsteller bekommt, wenn das Original nicht zur Verfügung steht. 

Obwohl nun der richtige Zeitpunkt wäre, um das Gesamtkunstwerk „Star Wars“ zu bewerten, scheint dies ein aussichtsloses Unterfangen. Zu viel hat sich in den zweiundvierzig Jahren geändert. Kinos haben einen anderen Platz in der Gesellschaft und vieles, was damals originell war, ist heute zur Formel, zum Kochrezept geworden. 

Es bleibt der Archetyp des Helden und die Gefühle, die den Zuschauer bewegen. Star Wars ist die Geschichte, wie ein Mensch über sich selbst hinauswächst, und wie Freundschaft auch aussichtslose Situationen überwinden kann. Und dieser Stoff ist so Zeitlos, dass er die Worte: „Vor langer. langer Zeit…“ im Vorspann rechtfertigt.

iMac als HDMI-Monitor oder Fernseher

Wer einen iMac hat (oder auch nur ein Laptop, das groß genug ist) fragt sich vielleicht, ob er wirklich noch einen weiteren Bildschirm braucht. Der Platzverbrauch, die Anschaffungskosten - kann man sich das nicht sparen?

adapter

Man kann! In diesem Moment teste ich ein kleines Gerät, das ich für ca. 65€ auf Amazon gekauft habe. Es übersetzt das HDMI-Signal in einen Audio- und einen Video-Stream und sendet beides an den Mac, als wäre es eine Webcam. Es gibt noch andere Hersteller solcher Capture-Adapter, aber ich habe nur das eine ausprobiert, das mir zuerst über den Weg lief.

Natürlich braucht man ein Programm um die beiden Streams abzuspielen. Auf dem Mac kann man dafür den mitgelieferten QuickTime Player benutzen: Im Menü „Ablage“ kann man „Neue Videoaufnahme“ auswählen und anschließend neben dem roten Startkopf das USB-Gerät als Audio- und Videoquelle auswählen. Jetzt braucht man nur noch die Lautstärke anzuheben und das Fenster zu vergrößern. (Die Aufnahme muss man natürlich nicht starten - es sei denn, man möchte das Gesehene abspeichern.)

Nach ein paar Minuten Benutzung hatte ich einen Aussetzer und musste die Verbindung manuell neu herstellen. Das war allerdings nicht mit QuickTime. Mit dem QuickTime Player habe ich soeben über eine Stunde ohne Unterbrechungen einen Film ansehen können. Gelegentlich gab es aber eine Sekunde, in der das Bild kurz flackerte. Trotzdem erachte ich den Capture-Adapter als Praxistauglich.

UPDATE: Man muss aber beachten, dass das Bild mit etwas Verzögerung ankommt. Für Hand-Auge-Koordination (wie bei Computerspielen) ist dieses Gerät nicht geeignet.


© Sven Mertens 2019