Trüberbrook

Ich habe die anderen beiden Spiele der Bild- und Tonfabrik links liegen lassen. Puzzlespiele mit zu viel Humor - wie beispielsweise Simon the Sorcerer - finde ich oft zu schwierig, weil ich nicht auf so absurde Ideen komme. Jetzt aber hat besagtes Studio das Spiel Trüberbrook herausgebracht und das erscheint mir eine bessere Balance zwischen Ernst und Humor zu haben. Tatsächlich war ich sogar überrascht, dass Angelruten wirklich zum Angeln und Bierdeckel für wackelnde Tische benutzt werden sollen. Aber ganz so logisch bleibt es leider nicht.

Technisch ist das Spiel deshalb interessant, weil hier handgefertigte Dioramen dreidimensional digitalisiert wurden, um die Schauplätze für das Spiel zu gestalten. Den Preis von fast 30€ und der Download von 2,3 Gigabyte muss man dabei in Kauf (no pun intended) nehmen.

Amüsamter Weise heisst das Spiel im Mac App-Store - weil die Spalte zu schmal ist „Trüberbro ok“. Nachdem die ersten Versionen wohl größere Performance-Probleme hatten (zumindest, wenn man den Reviews glauben mag), spielt sich diese Version in HD auf einem aktuellen iMac flüssig. Allerdings nicht in voller 5k-Auflösung. Letztere wird zur Diashow, was aber nicht so bedeutend ist, weil die Texturen in 5k nicht scharf, sonder verwaschen wirken.

Noch habe ich Trüberbrook nicht durchgespielt, deswegen erlaube ich mir hier noch kein finales Fazit. In der ersten Spielstunde ist das Game auf jeden Fall sehr amüsant und atmosphärisch stimmig. Deutsche wie englische Fassung wirken solide und lassen sich sogar mischen (Text und Sprachausgabe einzeln).


QWANT für einen Tag nicht erreichbar?

Schon seit ein paar Stunden erreiche ich meine Lieblings-Suchmaschine nicht mehr. Ich hätte erwartet, dass ich jetzt auf Twitter mehr erfahre, aber leider steht da momentan auch noch nichts.

Ich dachte, dass aus Gründen des Datenschutzes schon viele zu Qwant gewechselt wären, aber anscheinend ist der Ausfall kein großes Gesprächsthema. Für die Übergangszeit suche ich dann mal auf Startpage.de.

UPDATE(2): Nach einem Tag war das Problem verschwunden. Die Seite Allestroerungen.de hat leider überhaupt nichts zu Qwant. Auf meinem iPhone habe ich Qwant auf dem Homescreen. Damit konnte ich auch während des Problems die Seite weiterhin wie gewohnt benutzen. Ob es irgendwo in meiner Nameserverkette ein Problem gab? Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.

Nicht Sicher

Apple macht den Unsinn auch mit: Die Adresszeile des Browsers war lange Zeit ein ungeliebtes Kind. Dort wurde die kryptische URL in all ihrer Komplexität gezeigt. Sonderzeichen wie Tilde, Prozent und viele Schrägstriche prägten das Bild. Die kleinen Displays der Smartphones konnten das nicht mehr anzeigen und den Leuten wurde gewahr, dass den Meisten ohnehin nur der Domainname wichtig ist, den Rest schauen sie sich nicht an.

Also begannen die modernen Browser damit alles wegzulassen, was vor und hinter der Domain stand. Ein kleines Vorhängeschloss vielleicht noch, wenn HTTPS verwendet wurde. Das war vielleicht nicht unumstritten, aber immerhin sparte es Platz und sah hübsch aus.

Jetzt aber werden sie alle komplett verrückt: Weil wohl viele(?) User das Schloss bzw. das „s“ in „https://“ nicht verstehen oder beachten, hat man sich entschlossen alle unverschlüsselten Webseiten durch die Zeichenkette Nicht sicher einzuleiten. Das ist natürlich Unsinn. Bitnacht ist sich immer sicher, oder? Außerdem ist dieser Text so breit, dass manchmal dafür sogar die Domain hinten abgeschnitten wird.

Natürlich kann man mit DNS-Tricks Bitnacht.de auf eine andere Seite umlenken, aber weil Bitnacht normalerweise nichts enthält, was gesichert werden müsste, sind die Leser nicht in Gefahr. Ich bin kein Fan der Ändreung. Mit einem durchgestrichenen Schloss hätte ich besser leben können.

Programmieren für Kinder

Ich muss etwa 11 Jahre alt gewesen sein, als ich mein erstes eigenes Programm geschrieben habe. Ich hatte das Wissen aus dem Handbuch des Commodore VC20 und obwohl dieser Rechner für Kinder gekauft wurde, hatte man doch eher das Gefühl, wie ein Erwachsener behandelt zu werden. Das machte es gerade interessant.

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Selbst Bücher mit so verspielten Umschlägen, wie die hier abgebildeten von Scott Knaster, sind in ihrem Inneren nicht kindgerecht.

In welchem Alter will man Kindern das Programmieren den näher bringen? Wenn ich mir die ersten Lektionen in Playgrounds ansehe, dann sind sie ganz anders, als meine ersten Gehversuche. Während ich glaubte, den Computer für etwas nützliches zu verwenden, programmiert man da eine Spielfigur, die Edelsteine einsammelt. Ähnlich verspielt geht es bei Scratch zu. Letzteres richtet sich schon an Achtjährige. Zu meiner Zeit gab es für junge Zielgruppen nur die Sprache Logo, die vor allem wegen ihrer Grafikbefehle Aufmerksamkeit erregte, aber aus seiner Nische nicht herauskam.

Mich hat sehr gewundert, dass letzen Montag Bibo aus der Sesamstraße ankündigt hat, dass es bald eine Fernsehserie für Kinder geben wird, in der Programmieren beigebracht wird. Cody, das Monster mit den roten Zöpfen, die sich bewegen wie die Federn am Helm von Asterix, sagt: „coding is an essential language that everyone can learn.“ Das ist in vielerlei Hinsicht falsch, aber hey - wir reden hier über Vorschulkinder.

Das absurdeste daran ist vielleicht sogar, dass diese Ankündigung vor einem Publikum von Erwachsenen gehalten wurde - im Tonfall, der den Kindern angemessen scheint. Ich mag mich irren, aber zu meiner Zeit hat man Vorschulkindern nicht einmal erklärt, wie ein einfacher Schaltkreis funktioniert. Sicher, man kann sie neugierig machen, und zeigen, dass man nicht nur Raketen braucht um auf den Mond zu fliegen, aber wie kann daraus eine Fernsehserie werden?

Post Keynote Depression

In den frühen 2000ern gab es im Jahr einige Termine, an denen Apple neue Produkte ankündigte. Diejenigen, die sich etwas bestimmtes wünschten hatten gute Chancen, dass etwas für sie dabei war, weil üblicher Weise sowohl die Industrie-, als auch die Verbraucherprodukte regelmäßig aktualisiert wurden. Dann gab es 2004 aber ein „Special Event“ bei dem es verbesserte iPods  und Neuerungen für den iTunes Store gab. U2 war auch auf dem Event, aber noch wurde kein Album verschenkt. 

Viele Mac-Fans sahen den iPod als vergleichsweise unwichtig und hofften auf neue Computer. Ironisch kommentierten sie: „Es gab auch neue Hardware: IPod Socken!“ Die hatte Steve Jobs tatsächlich auf dem Event vorgestellt (11 Minuten) und sie verkauften sich ganz gut. 

Die Keynote von letztem Montag hat einen ähnlichen Charakter. Neue iPads und Macs hat Apple ohne nennenswerte Werbung in der vorangegangenen Woche auf den Markt gebracht. So ging es um Kreditkarten, Fernsehen Spiele- und Zeitschriften-Abos - das Meiste zunächst nur für die USA. Oft sind Apple-Fans ein bisschen wie die Börse: Im Vorfeld der Ankündigung sind sie aufgeregt und neugierig und preisen den Computerhersteller in den höchsten Tönen. Danach folgt aber die Depression.  Sie fühlen sich von Apple zurückgewiesen und vergessen und erklären, dass die Firma auf dem Weg in den Ruin wäre. 

Tim Cook versuchte dem Publikum beim Start der Veranstaltung die Idee von Apple als Dienstleister näher zu bringen, indem er ein Diagramm der folgenden Art zeigte:

Und auch wenn das bunte Video mit dem eröffnet wurde, die Vielfalt und Entwicklung der Apple Produkte in eine Linie bringen wollte und sogar den Fokus-Gedanken (1000 no & 1 yes) zitierte: Das Diagramm bedeutet, dass Apple jetzt potentiell alles macht. Ein Konzern, der keine Grenzen kennt. 

Natürlich hatte Apple schon lange Service-Produkte - man denke an EWorld - aber bisher waren diese stets eine Art Erweiterung der Hardware. Nun ist es eher andersherum. Konnte man damals für Bilder in iPhoto Abzüge bestellen, so gibt es jetzt mit der Wallet App eine Verwaltung für die Apple Card und mit dem Apple TV ein Gerät für Apple TV+. 

Apple ist in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen und eine Gruppe, die nach wie vor gute Computer baut, bleibt fester Bestandteil der Mannschaft. Was aber die Dienste betrifft ist mein persönliches Fazit: Man muss nicht alles mitmachen und nicht immer dabei sein. Apple Arcade werde ich mir ansehen und ansonsten werfe ich mal einen Blick auf Readly.

EU-Urheberrechtsreform - wirklich wichtig?

Ich finde mich mit der Berichterstattung zu Artikel 13 und Co. nicht zurecht. Upload-Filter gibt es bei Facebook und Youtube längst, und auch bei den Snippets in Google-News hat man sich inzwischen nach meinem Wissen geeinigt.

Lesen wir doch einmal, was die Befürworter der Reform sagen. Ich google das mal. Ähh, nanu? Keiner der Treffer bringt die andere Seite ins Gespräch. Hat die EU also einen Vorschlag zum Beschluss vorliegen, den niemand eloquent zu verteidigen weiß? Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich kann den Gesetzestext lesen, aber der ist eben sehr vage, wenn man - wie ich - wenig Erfahrung damit hat, wie Gesetzte in die Rechtspraxis übersetzt werden.

Wir hatten in der Vergangenheit oft wilde Abmahnwellen, in denen sich Anwälte bei vermeindlichen Verstößen eine goldene Nase verdienen konnten. Wenn die Plattformen in die Pflicht genommen werden, dann braucht sich der einzelne Nutzer weniger zu sorgen, oder? Nein, so wird das leider nicht laufen. Ich vermute es geht bei der Richtline eher nicht darum, die Abläufe im Netz zu ändern, sondern Rechtssicherheit zu bekommen. 

Am besten scheint der Heise-Podcast „c’t uplink“ (Großbuchstaben mag man dort nicht) zu berichten. Wenn man deren Argumentation folgt, dann kann das der deutschen Wikipedia und z.B. Apfeltalk keinen echten Schaden zufügen, obwohl diese melodramatisch ihre Seite einen ganzen Tag gesperrt haben.

Freie Assoziation

Heute habe ich hier einen sehr gemischten Text. Ich ich habe auch einige Updates zu älteren Posts.

rey in der Tube

Star Wars ist überall

Vielleicht bin ich damit alleine, aber ich ziehe oft Verbindungen zwischen Dingen, die ähnlich heißen, oder ähnlich aussehen, auch wenn sie offensichtlich nichts miteinander zu tun haben. So haben Lampions und der Todesstern™ den gleichen Look und seit Episode VII warte ich auf den ersten guten „Rey™ in der Tube“-Witz.

Was denke ich heute eigentlich über den Krieg der Sterne™? Viele Menschen glauben ja, dass Star Wars durch die Prequels, J. J. Abrams oder mindestens den „Solo“-Film ruiniert wurde. Für manche mag das auch stimmen, aber ich sehe das differenzierter.

Tatsächlich glaube ich im Rückblick, dass man vieles hätte anders machen sollen. Es war unvermeidlich die Zuschauer zu enttäuschen, denn die alten Filme wurden glorifiziert und jeder Fehler, den das Original nicht hat, betrachten die Fans als Sakrileg. Nur ein in jeder Hinsicht perfekter Film - den es bekanntlich nicht gibt - hätte dies verhindert.

Ich denke, wenn man eine Serie fortsetzen will, dann kann man nicht erwarten, jedes Mal bedeutsame Geschichten zu haben, die die Welt verändern. Wenn es immer und immer weiter gehen soll, dann muss man sich mit kleineren Ereignissen zufrieden geben. Fernsehen statt Kino. Genau das ist die Sequenz in der Rose Tico und Finn den Codeknacker suchen - Stoff für das Fernsehen. Die epischen und tragischen Szenen, in denen die größten Helden sterben, wirken dazwischen deplatziert und unwürdig.

Wo wir doch beim Thema „Fortsetzungen“ sind, passend zu meiner verärgerten Reaktion vor 14 Tagen, habe ich heute dann eine unerwartete Meldung auf Reddit bekommen.

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Wer hier im Sinne des Datenschutzes auf „Nicht erlauben“ klickt, der kann das Video nicht ansehen - gar nicht! - auch nicht direkt auf Youtube (kein Link vorhanden). Unter der Maßgabe, dass heute weit über 90 der konsumierten (jugendfreien) Videos auf YouTube sind, ist das kein kleiner Faux Pas und sicher nichts, was man mit „Hausrecht“ entschuldigen sollte.


Damit ich jetzt nicht wieder auf einer deprimierenden Nachricht ende, habe ich noch einen anderen Anhang, der sich auf meinen Mauszeiger bezieht. Ich habe eine stark verbesserte Windows-Version mit passendem Sanduhr-Cursor erstellt.

Ceterum censeo Googlem esse delendam

Ist das noch normal? Da will man nur einmal schauen, ob bei einem kürzlich abonnierten YouTube Kanal etwas Neues ist, aber Goggle beschäftigt Dich fünf Minuten lang mit paranoidem Konto-Gedöns? 

Ohne Witz: Der Betreff der vierten Nachricht ist „Sven, Ihr neues Apple iPhone verfügt nicht über die neuesten Google-Apps“.

1. Warum speichert Google bei sich, wenn man ihre Apps auf einer fremden Plattform installiert? Das ist nicht normal und nutzt dem Kunden nichts. Es sind offenbar Profildaten zu Werbezwecken. Ist das durch die DSGVO gedeckt? Oder ist die Meldung „ins Blaue“ geraten und käme in jedem Fall?

2. Welches Sendungsbewusstsein bringt sie dazu, auf dem iPhone überflüssige und obendrein zweitklassige Software ungefragt anzupreisen?

3. Den Empfänger beim Vornamen nennen und dann „Ihr“ verwenden? Das ist heimliches Duzen. Da dann doch lieber gleich und ehrlich beim Du bleiben, wenn man sich schon nicht an die Etikette halten will.

4. „Einrichtung abschließen“, „neues Apple iPhone“ - das sind Bauernfang-Formulierungen, die suggerieren sollen, dass ein Smartphone ohne Google nicht funktioniert. (Mein iPhone ist nicht neu und ich habe es vor Jahr und Tag vollständig „eingerichtet“.)

Ich würde sagen, hier versucht jemand den Wettbewerb zu verzerren und das, obwohl Google den größten Marktanteil überhaupt hat und sich solche Methoden schenken könnte.

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Der perfekte Hintergrund

Als in den frühen 90er Jahren die Rechner mehrere Megabytes RAM bekamen, da wurde es denkbar, auch bei der normalen Arbeit am Bildschirm einen dekorativen Hintergrund zu haben.

Wallpapers

Zuerst waren es einfache Muster. Manch einer wird sich an die Presets aus den Frühen Tagen erinnern. Die meisten Muster waren zu unruhig und der Wechsel zu ganzformatigen Bildern war vorprogrammiert.

Zuerst waren es oft die Logos der Hersteller, die das „Wallpaper” oder den „Deskop Background“ definierten. Später kam es zu besonderen Blüten und grünen Wiesen, an die sich Einige viellecht heute noch gern erinnern.

Nicht alle Bildschirme sind gleich: Wo ein Handy mit organischen LEDs am besten einen komplett schwarzen Hintergrund gebrauchen kann, sind letztere auf normalen Bildschirmen selten schön anzusehen. Und wenn ein Display größer ist als DIN A3, dann gelten andere Regeln als im 13"-Bereich. Beispielsweise sind kleine rote Flächen oft interessante Akzente, während eine feuerrote Zwei-Meter-Wand den Wenigsten als angenehm erscheint.

Obwohl ich also weiß, dass die Antwort kaum allgemeingültig sein kann, bin ich gelegentlich auf der Suche nach dem perfekten Wallpaper. Was sagt denn das Internet? Sonnenuntergänge, Popstars, Berge, Seen, Wolkenkratzer, witzig, sexy, verträumt, martialisch, … ein gemeinsamer Nenner lässt sich nicht ausmachen.

Eine weitere Frage, die beantwortet sein muss: Wer schaut noch auf Deinen Bildschirm? Im Büro werde ich eigentlich jedes mal, wenn ich mein Wallpaper wechsele, darauf angesprochen. Das ist mir unangenehm. Ich will einen Hintergrund, der mich anspricht und nicht langweilt, aber ich will auch nicht zu viel über mich preisgeben und von den Kollegen in eine Schublade gesteckt werden. Wer Autos oder Motorräder liebt hat es leicht und auch Bilder zu Urlaubsorten und Fussballvereinen gelten als anerkannt. Aber was ist, wenn es ein Bild aus dem Lieblingsfilm »The Texas Chainsaw Massacre« ist? (Den habe ich nie gesehen.)

Eine Balance zwischen interessanten Motiven und solchen, die von der Arbeit nicht ablenken zu finden, ist ebenso schwierig. Der Kniff ein sehr unscharfes Motiv zu verwenden hilft da nicht immer. Außerdem hat man bei kreativer Arbeit das Problem, dass man das gestaltete Objekt in einer anderen Umgebung auch anders wahrnimmt. Kann man am Ende nur mit einer Mittelgrauen Tapete arbeiten? Aber wo bleibt da die Inspiration?

Zu allem Überfluss spielt es auch eine Rolle wo man arbeitet. War für mich die Wüstendüne faszinierend, während mein Rechner neben dem Fenster an einer Wand Richtung Norden stand, so irritiert mich die „rückwärts“ laufende Sonne an dem neuen Standort. So bleiben am Ende dieses Artikels mehr Fragen als Antworten. Auch wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema kann ich nirgends finden, obgleich die Parallelen zum Thema Innenarchitektur klar erkennbar sind.

Geheimtipp: Programmieren mit Hollywood

Habe ich wirklich noch nie über Hollywood geschrieben? Ich benutze die Multimedia-Programmiersprache schon seit vielen Jahren und kann sie empfehlen. Für wen? Da möchte ich etwas weiter ausholen.

Hollywood 8 erschien wenige Tage nach der veröffentlichung dieses Artikels

Für mich tauchte Hollywood beim Entdecken von Amiga OS 4.01 auf meinem SAM 440EPFlex auf. Da fand ich eine Anzeige für das Präsentationsprogramm Hollywood Designer. Das ist praktisch PowerPoint (oder Apples Keynote) für Amigas. Im Kern von Designer arbeitet eben die Programmiersprache Hollywood. Diese ist inzwischen in der Lage, Code für alle gängigen Betriebssysteme zu generieren. Der Compiler läuft auf Macs, Amigas und PCs ohne Meckern. Ein Interpreter ist auch dabei, so dass man kleine Änderungen schnell testen kann.

Hollywood hat eine wohl durchdachte Bibliothek. Einsteiger können dank der Beispielskripte, der einfachen Syntax, dem übersichtlichen Handbuch und der unkomplizierten Bibliotheksfunktionen ziemlich schnell zu brauchbaren Ergebnissen kommen. Hollywood kommt mit alten Amiga-Dateien genauso klar, wie mit modernen - seien es Texte, Bilder oder Töne. Für einiges (wie z.B. SVG) gibt es Plug-In-Dateien, die überwiegend auch für alle Plattformen verfügbar sind.

Hollywood ist nicht kostenlos und manchmal muss man auch Grenzen akzeptieren, wie dass nicht alle Tastenkombinationen als Shortcut möglich sind. Aber gegenüber vielen Open-Source-Lösungen ist Hollywoods Multimedia-Support eine große Stärke. Hollywood benötigt kein QT oder GTK und keine DLLs. Kompilierte Binaries brauchen höchstens noch eine Plug-In-Datei im Suchpfad und laufen ohne irgendwelche Installation. Obendrein ist Hollywood-Schöpfer Andreas Falkenhahn ein hilfsbereiter Entwickler, der persönlich Unterstützung leistet, wenn es nötig ist. 


© Sven Mertens 2019