Amiga-Werbung von damals

Ein altes Prospekt für den Amiga 500 habe ich damals in einem Ordner abgeheftet (siehe Foto). Ein paar Dinge finde ich aus heutiger Sicht bemerkenswert.

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Was vielleicht als erstes in’s Auge springt ist das Foto auf der rechten Seite. Man spielt mit dem Namen Amiga - Freundin und zeigt den Computer in einem Mädchenzimmer. Das kommt nicht bei jedem gut an, aber ich fand es eine tolle Sache. Den Spaß am Computer sollten doch alle haben! Marketing, das sich zu stark auf männliche Attribute stützt, wird irgendwann auch langweilig. Es geht nicht immern nur um das große Business, sondern um normale Menschen - geschmackvoll und freundlich anstatt bierernst und sachlich.

Auf der linken Seite sieht man verschiedene Programme, die die Vielseitigkeit des Rechners darstellen sollen. Da ist ein Flugsimulator und ein simuliertes Radar - dazu kann ich wenig sagen. Auch über die Erdkunde-Software, weiß ich nicht viel.

Saucer Attack ist allerdings bereits auf den C64 ein simples und trotzdem graphisch beeindruckendes Spiel. Jim Sachs hat viele großartige Bilder und Spiele für den Amiga gemacht. „Ports of Call“ und „Defender of the Crown“ sind vielleicht die bekanntesten seiner Werke, aber da ist viel mehr und es wäre einen eigenen Artikel wert. Das Bild des Auges von Avril Harrison, das als Demo-Bild für Deluxe Paint bekannt ist, steht hier sicher auch für das - in meinen Augen unübertroffene - Malprogramm.

Besonders faszinierend ist vielleicht das Ray-Tracing-Bild, denn es ist ein HAM-Bild, dass den Farbraum von 4096-Farben nutzt - ein fotorealistisches Bild in Fernsehqualität! Das Programm, mit dem es berechnet wurde, war kostenfrei auf einer Public Domain Diskette zu bekommen. Die Berechnung dieser Szene dauerte auf meinem Amiga 500 über einen Tag. Anders als bei vielen gängigen Programmen, war hier nicht allles aus kleinen Dreiecken aufgebaut, sondern die Oberflächen der Kugeln waren glatt. Mich beeindruckte vor allem auch wie realistisch Wasser wirkte.



© Sven Mertens 2018